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Song der Woche

Das Grauen in der Romantik

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„European Blues“ nennt Dan Bejar, geboren 1972 in Vancouver, seine Musik. Wieso er sich (bzw. seine Band) Destroyer nennt, ist ein Rätsel. Bald erscheint das Album „Have We Met“.

Destroyer: „It Just Doesn't Happen". Romantik ist ja okay. Aber schwierig. Wenn man nicht aufpasst, entkommt einem ein allzu verqueres Kompliment wie „You're looking good in spite of the light“, und dann ist es plötzlich so still . . . Mit diesem Satz beginnt das neue Lied des schrulligen Popgenius, der sich Destroyer nennt und eine Obsession für Eighties-Synth-Pop hat, der so unnatürlich glatt ist, dass es einem ganz seltsam wird. Wie gesagt, alles passt ja eigentlich in diesem Szenario, die Band spielt „Smoke Gets In Your Eyes“, „High Water Everywhere“ und „It's Just Too Dark To Care“, aber halt! Der zweite Song ist ein Delta-Blues, der nicht in die Romantik-Bar passt, und den dritten gibt es gar nicht . . . Was ist hier los? Passiert das alles wirklich? Ist das da draußen der Mond oder doch nur die Sonne? Dem Synthesizer ist's egal, der spielt seine heimelige Melodie weiter, auch wenn's dahinter schon sanft kreischt. Besser als Stille.

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Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2019)