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Kritik

Wiener Musikverein: Eine Rückkehr als Triumph der Balance

Christoph von Dohnányi (Archivbild).
Christoph von Dohnányi (Archivbild).(c) imago/CHROMORANGE (imago stock&people)
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Christoph von Dohnányi (90) dirigierte die Wiener Philharmoniker.

Die ersten Bravi gab es schon für die Eingangskombination aus György Ligeti und Wagner; am Schluss der Matinee dann applaudierende Philharmoniker und Standing Ovations des Publikums, das Christoph von Dohnányi noch nach dem Abgang des Orchesters auf das Podium zurückrief: Lieber spät als nie, dachten wohl viele angesichts dieser umjubelten Rückkehr.

Vielleicht war Balance das Zauberwort des denkwürdigen Vormittags. Sie ist in Dohnányis Altersstil zu vernehmen, der tatsächlich so etwas wie eine individuelle Verschmelzung der Vorzüge jener beiden Dirigenten darstellt, die er seinerzeit als Chef bei ihren jeweiligen Orchestern beerbt hatte, dem Cleveland und dem Philharmonia Orchestra: George Szells penible Detailarbeit und Otto Klemperers Zug zu monumentaler Größe – Dohnányi, im September 90 geworden, bringt sie zusammen, ohne dass bloß ein lauer Kompromiss dabei herauskäme.