Steiermark-Wahl

FPÖ: Kein Ausweg aus blauer Depression

Ernüchterung am Wahlsonntag in der steirischen FPÖ unter Führung von Ex-Minister Mario Kunasek.
Ernüchterung am Wahlsonntag in der steirischen FPÖ unter Führung von Ex-Minister Mario Kunasek. (c) APA/ERWIN SCHERIAU
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Ibiza-Gate, Spesenskandal und Casino-Trubel im Bund sowie eine Liederbuchaffäre im Land: Der freiheitliche Wahlkampf hätte kaum schlechter sein können. Das Ergebnis auch nicht.

Die Bar in der Grazer Innenstadt war in blaues Licht getaucht, Discomusik spielte und die drehbare Tanzfläche wartete auf die ersten Gäste: Es war alles für eine große FPÖ-Wahlparty angerichtet. Nur das Ergebnis dazu fehlte.

In der Steiermark wollte man, um es mit den Worten des oberösterreichischen FPÖ-Chefs, Manfred Haimbuchner, zu sagen, „aus der freiheitlichen Depression“ herauskommen. Der freie Fall in der Wählergunst sollte nach der Nationalratswahl und der Vorarlberger Landtagswahl, wo man jeweils fast zehn Prozentpunkte einbüßte, gebremst werden. Doch er ging weiter. Die FPÖ ist neuerlich der große Wahlverlierer und schafft es nicht aus der Depression.

Das zeigte sich am Sonntagnachmittag auch in der „Thalia“-Bar. Als der blaue Balken bei der ersten Hochrechnung, die auf der großen Leinwand zu sehen war, bei etwas mehr als 17 Prozent stehen blieb und ein Minus von mehr als neun Prozentpunkten abzulesen war, war es mucksmäuschenstill. Hier jubelte niemand, hier sprach niemand, hier wurde nur zögerlich genickt. Dann hörte man doch die ersten Stimmen: „Das war's, jetzt fahren wir wieder heim“, sagten zwei Parteifreunde. Die Parteispitze ließ sich vorerst gar nicht in der Bar blicken.

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