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AT&S erobert auch Amerika

Die USA werden laut AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer ein immer wichtigerer Markt.(C) AT&S
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Mit Produktionsstandorten in Europa und Asien ist die AT&S-Gruppe führend in der Leiterplattenproduktion.

Die AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft in Leoben, gegründet 1987, ist aus mehreren Unternehmen der österreichischen verstaatlichten Industrie hervorgegangen und entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Hightech-Konzern, der den internationalen Markt im Visier hat.

1999 akquirierte AT&S das größte indische Leiterplattenwerk, Anfang der 2000er startete sie ein neues Werk in Shanghai – einer der weltweit führenden HDI-Produktionsstandorte. Es folgten weitere Werke in Indien, China und Korea. Damit verfügt die AT&S-Gruppe über zahlreiche Produktionsstandorte in Europa und Asien. Jedes Werk ist auf ein dezidiertes Technologieportfolio fokussiert. Die heimischen Werke in Leoben und Fehring beliefern vor allem den europäischen und amerikanischen Markt.

Gesamt beschäftigt AT&S rund 10.000 Mitarbeiter weltweit. Am Standort Leoben sind es rund 1000, in Fehring 400. Damit ist das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber in der Steiermark. Dem Vorstand der AT&S gehören Andreas Gerstenmayer als CEO, Monika Stoisser-Göhring als CFO sowie Heinz Moitzi als COO an.

Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte der Konzern zum ersten Mal die Umsatzmilliarde. „Wir konnten außerdem im zukunftsträchtigen Geschäftsfeld IC-Substrate unsere hochgesteckten Ziele sogar noch übertreffen, weil sich der Markt schneller als erwartet in unsere Richtung gedreht hat“, sagt Gerstenmayer. „Hier sehen wir auch für die kommenden Jahre großes Wachstumspotenzial, da die Einsatzgebiete von IC-Substraten, zum Beispiel Hochleistungsrechner oder 5G-Anwendungen, erst in den Kinderschuhen stecken.“

 

Höhepunkte 2018

„Neben dem wirtschaftlichen Erfolg und der Einführung neuer Produktionstechnologien – etwa in unserem Werk in Fehring – sind wir strategisch ein großes Stück vorangekommen und wissen, was wir im Rahmen unserer ,More than AT&S‘-Strategie erreichen wollen“, meint der CEO. „Der Trend zur Miniaturisierung und Modularisierung hat gerade erst eingesetzt und bietet uns riesige Chancen.“ Hier sei ein Markt im Entstehen, der laut Analysen jährliche Wachstumspotenziale von bis zu zwölf Prozent aufweist. „2018 wurde intensiv dafür genutzt, uns in diese Richtung vorzubereiten und die notwendigen Technologien ins Haus zu holen, um von Beginn an von dieser Entwicklung zu profitieren. Außerdem haben wir die zweite Phase der Erweiterungsinvestition für das Werk 1 in Chongqing realisiert.“

 

Amerika im Visier

Aufgrund seiner derzeitigen Kundenstruktur ist AT&S sehr gut auf dem amerikanischen Markt verankert. „Mit unseren wichtigsten Kunden bestehen bereits langfristige Kooperationen“, betont Gerstenmayer. „Die beste Absicherung dieser langfristigen Partnerschaften ist es, kontinuierlich am technologischen Puls zu bleiben, höchste Qualitätsstandards zu erfüllen und mit innovativen Lösungen zukünftige Applikationen zu ermöglichen.“ Von der Kundenstruktur her ist der amerikanische Markt bei Hightech-Geräten im Bereich Mobile Devices und Hochleistungsrechner der stärkste. Produktionsseitig spielen derzeit zwar alle großen Player der Elektronikindustrie in Asien. Bei Automotive- oder Industrieanwendungen fokussiert AT&S aber noch stark auf Europa.

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg, gewürdigt mit dem ALC-Award, nimmt AT&S auch seine gesellschaftliche Rolle sehr ernst. Für das vorbildliche Engagement beim Thema Inklusion erhielt das Unternehmen auch den Sonderpreis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2019)