Schnellauswahl
Sonderpreis

AT&S lebt echte Gleichberechtigung als Arbeitgeber

AT&S-CFO Monika Stoisser-Göhring nimmt das Thema Inklusion ernst.(C) AT&S
  • Drucken

Der Leiterplattenspezialist setzte sich heuer auch bei der Umsetzung der Inklusionsziele an die Spitze in der
Steiermark und demonstriert, dass die Industrie ein guter Arbeitgeber für Menschen mit Beeinträchtigung sein kann.

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg – lesen Sie dazu bitte die Story oben – ist der obersteirische Leiterplattenproduzent AT&S auch ein echtes Vorbild in Sachen Inklusion. 51 der in der Steiermark beschäftigten Mitarbeiter bei AT&S sind Menschen mit Beeinträchtigung.

Die Sonderpreis-Jury lobt, dass sich das Unternehmen seine Mitarbeiter genau ansieht, individuelle Stärken und Fähigkeiten erkennt und gezielt fördert. „Wir bieten Menschen mit Behinderung die gleichen Möglichkeiten wie allen anderen“, sagt AT&S-CFO Monika Stoisser-Göhring. „Wenn wir im Bewerbungsprozess für eine Stelle auf zwei gleichermaßen qualifizierte Personen treffen, entscheiden wir uns oft bewusst für die Person mit Behinderung, um dieser eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu bieten.“

Aktuelles Beispiel ist ein Asperger-Autist, der im Controlling aufgenommen wurde. Das demonstriert bereits, wie vielfältig die Arten der Beeinträchtigungen der integrierten Mitarbeiter sind.

 

Nachhaltige Inklusion

„Das Spektrum reicht von Asperger-Autisten über Gehörlose bis zu Menschen mit verschiedenen körperlichen Einschränkungen, die teilweise offensichtlich, teilweise aber gar nicht sichtbar bzw. bekannt sind“, sagt Stoisser-Göhring. „Die Personen sind in verschiedenen Hierarchieebenen bis hin zum Abteilungsleiter beschäftigt.“

Die getroffenen Maßnahmen zur Integration orientieren sich an den jeweiligen Anforderungen der Mitarbeiter und werden individuell gestaltet. „Es geht darum, gezielt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen“, erklärt die Finanzchefin.

Im Bedarfsfall werden die direkten Kollegen, die mit dem Mitarbeiter zusammenarbeiten, entsprechend für die besonderen Bedürfnisse sensibilisiert. „Mittlerweile ist es in vielen Bereichen und Abteilungen ganz normal, mit behinderten Menschen zusammenzuarbeiten.“

Neben dem sozialen Engagement und der Gleichberechtigung besteht noch ein entscheidender Grund für den hohen Inklusionswillen bei AT&S. Es gibt auch Mitarbeiter im Unternehmen, deren Behinderung erst während ihres Arbeitslebens durch Krankheit oder andere Ereignisse aufgetreten ist. „Wir sehen es als selbstverständlich, solchen Personen weiterhin die Chance zu bieten, im Unternehmen zu bleiben“, betont Stoisser-Göhring. Das Umfeld reagiert äußerst positiv auf dieses Engagement. „Es gibt keine Berührungsängste intern, und auch von externen Partnern wird es sehr positiv wahrgenommen.“ Zusätzlich kooperiert die Konzernzentrale in Leoben-Hinterberg für Caterings bei Meetings, Seminaren und Schulungen mit einer Tageswerkstätte für Menschen mit Trisomie 21.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2019)