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Migration

Ziehen Seeretter Migranten an?

(c) APA/AFP/MARCOS MORENO

Im politischen Streit um die Frage, ob Rettungsschiffe den Schlepperbanden im Mittelmeer indirekt helfen, gibt eine neue Studie den Befürwortern einer harten Linie recht.

Brüssel. Wie wirkt sich die Anwesenheit von staatlichen und privaten Seenotrettern auf das Geschäft der Menschenschlepper im Mittelmeer aus? Das ist nicht bloß eine akademische Frage, sondern eines der heißesten politischen Streitthemen der EU. Denn wenn sich herausstellen sollte, dass die Retter unbeabsichtigt zu Helfershelfern der Schlepperbanden werden, weil sie das Risiko des Ertrinkens verringern (also zum „Pull-Faktor“ werden, der irreguläre Migranten anzieht), würden jene politischen Kräfte in Europa, die Bootsmigranten das Anlanden in EU-Häfen verbieten wollen, ein Argument auf ihrer Seite haben. Der rechtsautoritäre frühere italienische Innenminister und Vizeregierungschef Matteo Salvini, der genau so ein Verbot in seiner Amtszeit von Juni 2018 bis zum heurigen September verfügt hatte, wäre bestätigt.