Schnellauswahl

Euro-Staaten stellen sich auf Spanien-Pleite ein

Spanien
Spanien(c) REUTERS (Andrea Comas)
  • Drucken

Wenn sich die Probleme des spanischen Bankensektors verschärfen, könnte der EU-Schutzschirm zum Einsatz kommen. Laut einem EU-Sprecher gibt es aber noch kein Ansuchen der Spanier.

Die Euro-Staaten stellen sich nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" auf Nothilfe-Maßnahmen für Spanien ein. Sollten sich die Probleme im Bankensektor des Landes verschärfen, dann solle Spanien Kredite aus dem 750-Milliarden-Euro-Rettungsfonds von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds bekommen, berichtete die Zeitung am Freitag. Sie zitierte einen Sprecher der EU-Kommission, es gebe derzeit keine Anzeichen für einen spanischen Hilfeantrag. Nach Informationen der Zeitung geht es aber eher "um ein Szenario für die nächsten Monate". Doch derzeit ist der Interbankhandel in Südeuropa blockiert, EZB-Chef Trichet spricht von "anhaltenden Spannungen in einigen Segmenten des Finanzmarktes".

Der Euro-Rettungsschirm war Anfang Mai beschlossen worden. Spanien leidet anders als Griechenland nicht unter einem großen Staatsdefizit, sondern unter einer Überschuldung seiner Bürger, wie das Blatt schrieb. Die Banken, insbesondere die Sparkassen, haben nach einer Korrektur der Immobilienpreise nach unten große Kreditausfälle. Mehrere Geldinstitute mussten bereits vom Staat gerettet werden oder sahen sich zu Fusionen gezwungen.

EU-Ratspräsident sorgt für Spekulationen, dass der Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro nicht reichen könnte. Er sagte nach einem Treffen mit Deutschlands Kanzlerin Merkel, er könne sich "natürlich vorstellen, über die 750 Milliarden Euro hinauszugehen".

(APA)