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Nachhaltiger Luxus?

Six Senses Kitzbühel Alps: Luxus neben dem Hochmoor

Six Senses Kitzbühel Alps
Six Senses Kitzbühel AlpsSix Senses Residences
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Die Hotelkette Six Senses treibt am Pass Thurn bei Mittersill eine luxuriöse Ferienanlage voran. Das Projekt entsteht unter lauten Buhrufen.

Vom Chalet direkt auf die Piste oder lieber mit dem E-Porsche nach Kitzbühel? Zwei Ideen, an der finanzstarke Reisende Gefallen finden könnten. Davon geht jedenfalls die Luxus-Hotelkette Six Senses aus, die seit zwölf Jahren ein Projekt am Pass Thurn bei Mittersill vorantreibt. Das Six Senses Kitzbühel Alps wird seit August 20 Minuten vom Ortskern Kitzbühels entfernt gebaut. Die Anlage ist umfangreich. Ein Hotel wird  mit 77 Zimmern und Suiten für Kurzzeiturlauber bereitstehen, während 45 Eigentumswohnungen (ab 1,5 Millionen Euro) und 13 Chalets (ab 5,5 Millionen Euro) in den Verkauf gehen sollen. Für die Inneneinrichtung der Gebäude ist der renommierte Designer Martin Brudnizki verantwortlich. Die Fertigstellung des Six Senses Kitzbühel Alps ist für Ostern 2020 geplant.

Für das Interior Design ist Martin Brudnizki verantwortlichSix Senses Residences

Dass sich die Anlage mit dem Attribut „sustainable luxury“, also  
nachhaltiger Luxus schmückt, hat einen leisen, wenn auch sehr schnellen Grund. Alle zukünftigen Chalet-Eigentümer erhalten mit dem Kauf einen  E-betriebenen Porsche Taycan. Der Sportwagen soll eine Reichweite von 500 Kilometern haben und unter drei Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Mit schneller E-Mobilität lassen sich Naturschützer allerdings nicht abspeisen.

Rendering der geplanten Apartments
Rendering der geplanten ApartmentsSix Senses Residences

Das Projekt entsteht unter lauten Buhrufen. Naturschützer und Einheimische sehen das angrenzende Hochmoorgebiet Wasenmoos durch den Bau bedroht. Die ORF-Doku "Geld versetzt Berge" hat sich dem Thema bereits ebenfalls gewidmet. Erst kürzlich machte der Naturschutzbund auf den fehlenden Moorschutz in Österreich aufmerksam: „Durch anhaltende Trockenlegung und Überbeweidung sind Österreichs Moore – der verbleibende Rest – im Bestand bedroht und veratmen ihre seit 10.000 Jahren aufgebauten Torfkörper. Dadurch werden vergleichsweise so viele CO2-äquivalente Klimagase frei, wie Österreichs Flugverkehrt emittiert“, heißt es in einer Aussendung. 

kitzbuehelalps.com

 

(sh)