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Kommentar

Woher kommt Ihr Schnitzel eigentlich?

Woher stammt das Fleisch im Restaurant?
Woher stammt das Fleisch im Restaurant?Getty Images

Die EU hat den Weg für mehr US-Rindfleischimporte freigemacht. Ein guter Anlass, um darüber nachzudenken, woher unsere Lebensmittel eigentlich stammen.

Die Meldung ist kurz und bündig: Der Handelsausschuss des EU-Parlaments hat den Weg für zusätzliche Rindfleisch-Importe aus den USA freigemacht. Der Wert der zollfreien Rindfleischexporte wird also im Laufe der nächsten sieben Jahre von rund 150 Millionen US-Dollar auf etwa 420 Millionen Dollar ansteigen. Der Ausschussvorsitzende Bernd Lange sagt dazu: „Wir würden gerne die Handelsspannungen mit den USA de-eskalieren.“ Man könnte auch sagen: Wir bieten Donald Tump einen Deal an. Europa will einen Handelskrieg mit den von einem „Dealmaker“ geführten USA vermeiden. Das ist verständlich, hier geht es um einen wichtigen Export-Markt, Arbeitsplätze etc. etc.

Doch die Vereinbarung der EU schürt Unsicherheit bei Konsumenten. Zumindest bei jenen, denen es wichtig ist, dass Lebensmittel keine langen Transportwege und gute Qualität haben. Auch wenn „part of the deal“ ist, dass Fleischimporte EU-Standards entsprechen müssen.

Bei Fleisch ist die Sensibilität groß, vielleicht weil es uns vor „Gammelfleisch“ mehr ekelt als etwa vor verschimmeltem Obst. Wer kein Fleisch aus dem Ausland konsumieren will, muss genau hinschauen. „Hergestellt in Österreich“ steht im Supermark beispielsweise auf einer Packung Würstel. Die Zutaten wurden hier verarbeitet. Woher sie aber kommen, ist – vielleicht aus gutem Grund – nirgends vermerkt. Beim Einkauf kann man aber ausweichen. In der Würstel-Packung daneben ist Fleisch aus Österreich, kann man dem Kleingedruckten entnehmen.

Die Gastronomie lässt einen ahnungsloser zurück. Rar sind die Restaurants, in denen auf der Speisekarte offengelegt wird, woher die zubereiteten Lebensmittel bezogen werden. Niemand wird eine allergische Reaktion bekommen, wenn er ein Schweinsschnitzel aus Rumänien oder ein Rindersteak aus den USA isst. Aber was spricht dagegen, neben den Allergenen auch die Herkunft der Zutaten zu vermerken? Dann kann man selbst entscheiden.

Sonst bleibt einem nämlich nur der Hausverstand. Dass der Tafelspitz um neun Euro (gesehen im ersten Bezirk) nicht von glücklichen Freilandrindern aus dem Waldviertel stammt, das kann man sich nämlich ausrechnen.