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Studienpräsentation

Start-ups: Das "Gründer-Gen" existiert

Wie eine aktuelle Studie zeigt, unterscheiden sich Gründer in eigenen Eigenschaften signifikant von anderen.
Wie eine aktuelle Studie zeigt, unterscheiden sich Gründer in eigenen Eigenschaften signifikant von anderen.(c) REUTERS

Eine neue Studie zeigt: Gründer ticken anders. Sie sind offener, aktiver und weniger selbstdiszipliniert.

Dienstagabend stand bei Vertretern der heimischen Start-up-Szene einmal mehr eine Studienpräsentation am Programm. Anlass gab diesmal die Studie „Startup Anatomy“, die im Wiener Uniqa-Tower von Speedinvest Heroes gemeinsam mit Uniqa Ventures und anderen Partnern (darunter AWS, FFG, Female Founders und Austrian Start-ups) präsentiert wurde.

Hinter der weißen Leinwand, auf die in der Skylounge im 20. Stock die Slides zur Studie projiziert wurden, blinkte das Wiener Riesenrad hell erleuchtet, während Maria Baumgartner, Geschäftsführerin von Speedinvest Heroes, die Frage in den Raum warf: „Was macht euch so erfolgreich?“ Mit „euch“ meinte Baumgartner die hohe Anzahl an jungen Gästen (und Gründern) in weißen Sneakers und Kaputzenpullis, die der Einladung gefolgt waren. Thema der „ersten psychometrischen Studie“, die Baumgartner gemeinsam mit Andreas Nemeth, CEO von Uniqa Ventures, präsentierte, war nämlich die Frage, welche Eigenschaften erfolgreiche Gründer mitbringen und wie sich diese von Corporate Managern, also Managern in Unternehmen, unterscheiden.

Die Untersuchung der 3500 ausgewählten Start-ups (davon 232 vollständige Datensätze) zeigt bei fünf Eigenschaften signifikante Unterschiede zur Kontrollgruppe, den Nicht-Gründern: So sind Gründer der Studie zufolge offener, aktiver, emotionaler sowie weniger selbstdiszipliniert und normorientiert. Ihre Motivation schöpfen diese insbesondere aus Flexibilität, Autonomie und Sinnstiftung, wohingegen Anerkennung, Erfolg und monetäre Anreize weniger wichtig sind.

Kein „9 to 5“ und kaum Frauen

Baumgartner zog sogleich die Lehren aus den Erkenntnissen: „Wir konnten feststellen, dass Start-ups mit ‚9 to 5’ nichts am Hut haben. Kultur, Sinn und Werte sind viel wichtiger und bestimmen den Arbeitsalltag.“ Man müsse verstehen, „dass es einen kritischen Zeitraum gibt, in dem man auch von außen den Erfolg von Start-ups beeinflussen kann.“ So könne individuelles Coaching in einer sehr frühen Phase bereits „einen großen Unterschied machen“.

Den mangelnden Frauenanteil unter den heimischen Gründern (lediglich 34,1 Prozent der analysierten Start-ups waren weiblich) wurde in der Studie ebenfalls thematisiert. So zeigte sich, dass weibliche Gründungen, (insbesondere im zweiten Jahr) langsamer wachsen und „hinterher hinken“; wie es Baumgartner formulierte. Um genauer zu verstehen, woran genau das liegen könne, wolle man im kommenden Jahr das Projekt europaweit mit weiteren Partnern fortsetzen.