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Burgtheater

"Die Hermannsschlacht": Im Dickicht des Teutoburger Waldes verrannt

Blutiges Liebesgetändel: Bibiana Beglau als barbarische Germanin Thusnelda, Bardo Böhlefeld als römischer Legat Ventidius.(c) Burgtheater (Matthias Horn)

Heinrich von Kleists Monumentaldrama wird von Martin Kušej im Dämmerlicht, blutig und frei von Ironie inszeniert. Das Ganze wirkt steif und unentschlossen.

Der ungeplante Gag bei der Premiere von „Die Hermannsschlacht“ am Donnerstag im Burgtheater kam nach der Pause. Im vierten Akt von Heinrich von Kleists monumentalem Drama zeigt sich in einer tollen Szene der manipulative Charakter des Protagonisten besonders deutlich: Kurz vorm Gemetzel der von Hermann fast schon ganz gegen die Römer geeinten germanischen Stämme setzt sich seine Gattin Thusnelda bei ihm für die Guten unter den Gegnern ein. Mittels eines verräterischen Briefes erreicht er jedoch, dass die Fürsorge seiner Frau in Rache umschlägt. Doch ehe das gelingt, sagt „Thuschen“ zu ihrem Mann, sie verstehe kein Wort. „Wir auch nicht!“, hört man klar und deutlich einen Zuseher aus einer vorderen Reihe.