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Jubiläumsmodell

Luxusquarzuhr von Seiko: „Quartz-Astron"

Ungewöhnliche Kombination. In der gelbgoldenen Seiko „GPS Solar Astron Limited Edition“ tickt ein Solar-Quarzwerk. Der Gehäuseboden ist graviert.
Ungewöhnliche Kombination. In der gelbgoldenen Seiko „GPS Solar Astron Limited Edition“ tickt ein Solar-Quarzwerk. Der Gehäuseboden ist graviert.(c) Beigestellt
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Mit einem Paukenschlag lancierte Seiko im Dezember 1969 die „Quartz-Astron" als weltweit erste Serienarmbanduhr mit Quarzsteuerung. Nun kehrt sie als Jubiläumsmodell zurück.

In Sachen Quarztechnik lieferten sich Seiko und das Schweizer Entwicklungskonsortium CEH (Centre Electronique Horloger), zu dem Weltmarken wie Patek Philippe, Omega und Piaget gehörten, in den 1960er-Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Bereits 1964 fand eine tragbare Seiko-Großuhr mit Quarzsteuerung als Back-up-Instrument bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio Verwendung; 1966 reichte Seiko gleichzeitig mit Longines den Prototyp einer Quarztaschenuhr zum Chronometerwettbewerb des Neuenburger Observatoriums ein; und am Wettbewerb im Folgejahr nahmen Armbanduhren-Prototypen des CEH sowie von Seiko teil. Bei der Markteinführung einer Serienquarzuhr hatte Seiko jedoch ganz klar die Nase vorn: Am 25. Dezember 1969 erschien die „Quartz-Astron", die einen Meilenstein in der Geschichte der Armbanduhr darstellt. Sie besaß einen stimmgabelförmigen Quarzoszillator und einen Schrittschaltmotor, der die Zeiger antrieb. Beide sind bis heute Standardkomponenten analoger Quarzuhren. Die „Quartz-Astron" erreichte eine damals sensationelle Ganggenauigkeit von +/–5 Sekunden pro Monat.

Historischer Vorgänger. So sah das ursprüngliche Modell aus dem Jahr 1969 aus.
Historischer Vorgänger. So sah das ursprüngliche Modell aus dem Jahr 1969 aus.(c) Beigestellt

Großzügige Geste. Die Wichtigkeit dieser Entwicklung unterstrich Seiko mit der Verwendung eines massiven Gelbgoldgehäuses. Aus heutiger Sicht fast schon unglaublich: Kurz nach der Einführung seiner Sensationsuhr öffnete Seiko die meisten zugehörigen Patente, um die Vorteile der Quarztechnik jedem Unternehmen und einem breiten Kundenkreis zugänglich zu machen. Fast 35 Jahre später, 2004, erhielt der japanische Konzern dafür den IEEE Milestone Award, der den Beitrag zur Entwicklung der weltweiten Uhren- und Elektronikindustrie würdigte. 50 Jahre nach Einführung der ersten Quarzarmbanduhr lanciert Seiko das Jubiläumsmodell „Astron GPS Solar 1969 Quarz Astron 50th Anniversary Limited Edition". Das Design folgt in weiten Teilen dem historischen Vorbild – von den schmalen Zeigern und Indexen mit schwarzen Oberseiten über das speziell geformte Gehäuse mit dünner Lünette und sogenannter Hairline-Oberflächenbearbeitung bis hin zum Alligatorlederband, das an extrabreiten Bandanstößen sitzt. Technisch hat sich die Uhr deutlich weiterentwickelt: Das brandneue extraflache Quarzkaliber 3X22 verfügt über einen Solarantrieb, der einen Batteriewechsel unnötig macht. Außerdem verbindet sich die Uhr in regelmäßigen Abständen automatisch mit dem weltweiten GPS-Netzwerk, was die Ganggenauigkeit über die Präzision eines herkömmlichen Quarzwerks hinaus perfektioniert. Bei einem Zeitzonenwechsel muss der Reisende lediglich einen Knopf an der Gehäuseflanke betätigen, woraufhin sich die Zeiger automatisch auf die neue Ortszeit einstellen. Das Datum bleibt ohne manuelles Eingreifen bis 28. Februar 2100 korrekt, und ein Energiesparmodus sorgt dafür, dass die Uhr auch bei längeren Aufenthalten im dunklen Tresor nicht stehen bleibt. Das 40,9 Millimeter große und 12,8 Millimeter hohe Gelbgoldgehäuse bleibt bis zehn Bar Druck wasserdicht. Mit massivgoldener Sicherheitsfaltschließe kosten die 50 Exemplare der limitierten Edition je 38.000 Euro.

Gut verpackt. Die Luxusquarzuhr kommt in einer Holzbox mit ­Jubiläumslogo.
Gut verpackt. Die Luxusquarzuhr kommt in einer Holzbox mit ­Jubiläumslogo.(c) Beigestellt

("Die Presse - Schaufenster", Print-Ausgabe, 29.11.2019)