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Einspruch

Handke und das Vergewaltigungscamp

Peter Handke.
Peter Handke.(c) APA/AFP/ALAIN JOCARD (ALAIN JOCARD)
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Peter Maass behauptet, Handke sei 1998 im Hotel Vilina Vlas abgestiegen: 1992 wurde es ein Gräuelort.

Im Jahr 2018 gab es keinen Literaturnobelpreis, heuer gibt es zwei – oder doch nicht? Ein Jahr nach der schwersten Krise ihrer Geschichte ist die Schwedische Akademie wieder in der Krise – und immer klarer wird, wie schwer auch die ist.

Der US-Journalist Peter Maass, der schon Handkes jugoslawischen Pass entdeckt hat, behauptete am Donnerstag im Onlinemedium „Intercept“, Handke sei auf einer Reise 1998 im Hotel Vilina Vlas abgestiegen. 1992 wurde aus diesem Hotel ein Vergewaltigungscamp, in dem Musliminnen schwer misshandelt wurden. Nach dem Krieg eröffnete es wieder als Spa-Hotel. Auch internationale Medien berichteten über die Vorgänge. Maass beruft sich auf die Hotelbeschreibung von einem Mitreisenden: Handkes amerikanischem Übersetzer Scott Abbott. Dieser beschreibe in einem Text ein „großes Resort-Hotel“, das in den „bewaldeten Hügeln oberhalb der Stadt“ (Višegrad) liege. Vilina Vlas sei das einzige Hotel, auf das diese Beschreibung zutreffe, so Maass. Er habe Handke per E-Mails an dessen Vertreter um Auskunft gebeten, Handke habe nicht geantwortet.

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