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Romcoms: Diese Liebesgeschichten haben ein Happy End

Peter und Lara Jean geben sich in „To All the Boys ...“ als Paar aus.(c) Netflix (Masha Weisberg)

Netflix und Co haben die Romcom neu entdeckt. Sechs romantische Komödien, die nicht nur klassische Boy-Meets-Girl-Geschichten erzählen, sondern auch den Wandel des Genres anzeigen.

To All the Boys I've Loved Before

Zum immer wieder sehen, 2019
Netflix

Tun wir so als ob, beschließen Lara Jean (Lana Condor) und Peter (Noah Centineo). Die beiden Teenager täuschen vor, dass sie ein Paar sind. Er, weil er seine Ex-Freundin eifersüchtig machen will. Sie, weil sie in einem moralischen Dilemma steckt. Denn ihre geheimen Liebesbriefe haben den Weg zu ihren Adressaten gefunden. Einer ihrer Schwärme ist der (Ex-)Freund ihrer älteren Schwester und somit tabu. Darum gibt sie vor, längst anderweitig verliebt zu sein. Bald ist sie das auch, aus den vorgespielten Gefühlen für Peter werden echte.

So konstruiert die Handlung auch klingt, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt. Die charmante Teenie-Romcom geht mit Gesprächen über Verlustängste sogar ein wenig in die Tiefe und vermeidet (Frauen-)Klischees. Zwar gibt es wie so oft eine Zicke, aber die wird von Lara Jean konfrontiert: Dass ein Mädchen ein anderes mobbe, sei abscheulich! Nur dass die Heldin Asiatin ist, aber keiner ihrer Schwärme, ärgerte Kritiker.

Für Netflix war Susan Johnsons Verfilmung von Jenny Hans Jugendbuch ein immenser Erfolg, auch weil sie gern mehrfach gesehen wird. Fortsetzung folgt: „To All the Boys 2“ wird am Valentinstag 2020 veröffentlicht, Teil drei soll ebenfalls nächstes Jahr kommen.

The Perfect Date

Für Geld tut er (fast) alles, 2019
Netflix

Vom Erfolg von „To All the Boys“ beflügelt, bekam Hauptdarsteller Noah Centineo gleich zwei weitere Romcom-Hauptrollen: in der bemühten Cyrano-Modernisierung „Sierra Burgess Is a Loser“ und in „The Perfect Date“. Darin verkörpert er Brooks, der gegen Bezahlung den perfekten Begleiter spielt, um Geld für ein gutes College aufzutreiben. Durch das ständige Rollenspiel verliert er sich selbst und seine Freunde, darunter die widerspenstige Celia (Laura Marano). In „The Perfect Date“ von Regisseur Chris Nelson treffen sich Romanze und Selbstfindung. Vor allem aber mag man die Figuren, den strauchelnden, gewitzten Brooks (endlich einmal keiner aus reichem Hause) und die schwierige Celia (reich, aber unangepasst).

Always Be My Maybe

Alte Liebe, neue Differenzen, 2019
Netflix

Mit dem Comedy-Programm „Baby Cobra“ wurde Ali Wong bekannt: Hochschwanger schildert sie darin ihre sexuellen Abenteuer. Ihre Romcom „Always Be My Maybe“ (Regie: Nahnatchka Khan) ist vergleichsweise harmlos. Darin treffen sich Kindheitsfreunde Sasha (Wong) und Marcus (Comedian Randall Park) wieder. Einst haben sie ihre Jungfräulichkeit aneinander verloren. Nun ist Sasha erfolgreiche Fernsehköchin. Marcus lebt immer noch bei seinem Vater und repariert Klimaanlagen. Sie ist reich, er (eher) arm, aber das ist kein Problem, sondern der unterschiedliche Entwicklungsstand: Hier eine Erwachsene, da ein ewiger Bub. Sehenswert allein wegen Keanu Reeves' Kurzauftritt als unabsichtliches Ekel.

The Big Sick

Familie hemmt Liebe, 2017
Amazon Prime

Der alternativste und traurigste Film unserer Auswahl: Erst werden der Comedian Kumail (Kumail Nanjiani) und die angehende Therapeutin Emily (Zoe Kazan) ein Paar. Doch sie trennen sich, weil er seiner pakistanischen Familie nichts von ihr erzählt. Versucht seine Mutter doch vehement, eine Ehe für ihn zu arrangieren. Eine weiße Freundin würde den Bruch mit der Familie bedeuten.
Das wäre das Ende der Lovestory, würde Emily nicht schwer erkranken und Kumail an ihrem Bett zur Einsicht gelangen, dass er sich abnabeln muss. In „The Big Sick“, inspiriert von Nanjianis wahrem Leben, treffen Kulturen aufeinander, ohne ins Klischee zu driften. Highlight: Holly Hunter als resolute Mutter.

Alex Strangelove

Romcom mit Coming-out, 2018
Netflix

Der Film mit dem unerklärten Titel (die Figur heißt Alex Truelove) zeigt deutlich den Wandel des Genres an: Die Heldinnen und Helden der neuen Romcoms haben Migrationshintergrund, die Männer sind sensibel und die Frauen selbstbewusst. Manchmal wird gar keine Boy-meets-Girl-Geschichte erzählt, wie in diesem Film von Craig Johnson. Alex (Daniel Doheny) hat darin Angst, mit seiner Freundin Claire (Madeline Weinstein) zu schlafen. Schnell ahnt man den Grund, Alex braucht länger, um vor sich selbst zuzugeben, dass er schwul ist. Sein Coming-out ist einfühlsam erzählt, auch Claire ist mehr als bloß Mittel zu Alex' Selbsterkenntnis. Und ja, eine Romanze gibt es auch.

Wie Jodi über sich hinauswuchs

Große und kleine Gefühle, 2019
Netflix

Jodi (Ava Michelle) ist ein „Tall Girl“ (Originaltitel): Sie misst fast 1,90 Meter. Klein ist nur ihr Selbstbewusstsein, weshalb sie die Avancen ihres besten Freundes nicht ernst nimmt und sich nicht zutraut, beim großen Austauschstudenten zu landen. Liebevolle Hässliche-Entlein-Story.

 

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