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KOALITION: SONDIERUNGSGESPRAeCH OeVP MIT SPOe
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Wie kommt die Sozialdemokratie aus der Krise?

„Nein, die Richtung stimmt nicht“, sagen verärgerte SPÖ-Mitglieder. Aber in welche Richtung soll die Sozialdemokratie dann gehen? Und wer könnte die SPÖ aus der Krise führen? Diskutieren Sie mit!

„21,2 Prozent: Die Richtung stimmt nicht!“: Der Protest zahlreicher SPÖ-Mitglieder gegen die Führung ist nicht mehr zu überhören. Das Fass zum Überlaufen brachten die Kündigungen von rund einem Viertel der Parteimitarbeiter. Informiert wurden sie per Mail, was unter anderem die SPÖ-Ottakring zu einem Wutbrief veranlasste: „Weil die Vorgangsweise der letzten Tage allem widerspricht, was wir als Sozialdemokraten uns zu Recht von jedem verantwortungsvollen Unternehmen erwarten.“  Auch Urgestein Hannes Androsch zeigt sich unzufrieden: "Die SPÖ ist ein Opfer von Bobo-Quereinsteigern geworden, die der Aufgabe Modernisierung nicht gewachsen sind.“

Diskutiert wird, wer Pamela Rendi-Wagner nachfolgen könnte. Auf Online-Protestseiten fallen Namen: Man solle sich an Peter Kaiser, Julia Herr oder  Max Lercher orientieren. Die Parteichefin zeigt sich unbeeindruckt: „ Ich werde die Verantwortung nicht an den Nagel hängen“. Es gibt auch nicht viele Alternativen zu ihr: Medienmanager Gerhard Zeiler hat erklärt, er stehe nicht zur Verfügung. Und die Landeshauptleute Peter Kaiser und Hans Peter Doskozil mischen sich zwar gerne in die Bundespolitik ein, wollen aber nicht wirklich dorthin wechseln. 

„Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak meint: „Eine Gruppe, bestehend aus den üblichen Intriganten“, habe versucht, Rendi-Wagner zum Rücktritt zu zwingen. Er meint aber auch: „Die Verantwortung für diesen massiven internen Aufstand trägt auch Rendi-Wagner selbst“ - nämlich aufgrund der dilettantische SPÖ-Geschäftsführung, die die Chefin selbst eingesetzt hat.

"Seit längerem eine Boykotterklärung"

Oliver Pink

„Was die SPÖ abliefert, ist seit Längerem eine Bankrotterklärung“, schreibt Innenpolitik-Chef Oliver Pink. Durch die Partei gehe ein Riss, „der wahrscheinlich noch größer ist als jener in der Freiheitlichen Partei“. Und die Konzepte würden oft aus dem 19. Jahrhundert stammen.

Hart ins Gericht mit den Sozialdemokraten geht auch Presse-„Querschreiberin“ Andrea Schurian. Die kranke SPÖ würde Intellektuelle und Kulturschaffende ans Krankenbett rufen und Heilung erwarten. „Heilsamer wäre allerdings, die Basis – Arbeiter, Angestellte, die 'einfachen Leute' also – nicht gänzlich zu amputieren, Pardon, ignorieren“.

Auch die „Presse"-User diskutieren über die SPÖ-Krise. An einzelnen Personen liege es nicht, meint etwa ein Leser: „Ich glaube eher, die Zeit der Sozialdemokratie ist einfach vorbei“.

Was meinen Sie: Ist die Zeit der Sozialdemokratie vorbei? Welche Richtung würde für die SPÖ stimmen? Wie könnte die Partei aus der Krise kommen? Und wer soll Sie anführen? Diskutieren Sie mit!