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Der spätere Bundeskanzler Sebastian Kurz als Staatssekretär für Integration im Jahre 2011 auf dem Wiener Naschmarkt.
Die Zehnerjahre

Ohne Migration kein Kanzler Kurz

Wie ein Thema die politische Landschaft veränderte: Ob der Höhenflug der Volkspartei oder die Krise der Sozialdemokratie – beides hängt damit zusammen. Österreich wurde im zu Ende gehenden Jahrzehnt endgültig zum Einwanderungsland.

Es war wohl das erste Mal – und bislang auch letzte Mal – dass das Thema Migration als richtiggehend hip empfunden wurde: Ende der Nuller-, Anfang der Zehnerjahre war das. Das Magazin „biber“ vermittelte auf einmal ein fröhliches, positives Bild der Zuwanderer: Viel Lifestyle, aber auch ein wenig Politik. Die Schwere war weg, eine neue Leichtigkeit da. Auch die „Schwabos“, die angestammten Österreicher, fanden Gefallen daran: Man begann sich für die Lokale auf der „Balkanmeile“ in Wien Ottakring zu interessieren und für die amüsant dargebrachten kulturellen Eigenheiten der Menschen mit Migrationshintergrund. Auch die Wirtschaft zeigte Interesse. Im „biber“ inserierten heimische Unternehmen und Banken zielgruppengerecht. Ethnomarketing sollte man das dann nennen.