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Otto Mühl

Aktbild eines missbrauchten Mädchens wird nicht versteigert

Wie geht man mit Aktbildern um, die Missbrauchsopfer zeigen? Das Auktionshaus im Kinsky zog nach einem „Presse"-Bericht ein Bild zurück.

Das Aktbild eines missbrauchten Mädchens von Otto Mühl, das am Mittwoch im Auktionshaus "Im Kinsky" versteigert werden sollte, wurde am Samstag aus der Auktion zurückgezogen, wie die "Presse" erfuhr. Darauf einigte sich "Im Kinsky" mit dem Einbringer, der angab, nichts vom Hintergrund des Bildes gewusst zu haben, das er vor vielen Jahren bereits erworben hatte.

Nach einem Bericht in der "Presse" über die Problematik von derlei expliziten Mühl-Bildern (Siehe: „Diese Bilder gehören nicht verkauft“) kam es zu weiteren Gesprächen zwischen Auktionshaus und Einbringer, die schließlich mit dem Verzicht auf die Versteigerung endeten. Das passierte, obwohl die abgebildete Betroffene, wie man es zur Verifizierung erhoffte, sich nicht beim Auktionshaus gemeldet hatte.

Für die Zukunft will Im-Kinsky-Direktor Christoph La Garde sich jedenfalls weiterhin um einen direkten Kontakt vor allem zu den geschädigten Kindern der Kommune bemühen.

Otto Mühl, Archivbild 1998.
Otto Mühl, Archivbild 1998.(c) APA/HERBERT PFARRHOFER

Die Kommune

Otto Mühl (1925–2013) begann als Wiener Aktionist und gründete 1970 in Wien, dann am Friedrichshof im Burgenland eine Kommune. Gepredigt wurde von ihm und seinen Anhängern „freie (heterosexuelle) Sexualität“, was am Ende zu schwerem Missbrauch an Kindern der Kommune führte, sexuellen und psychischen. 1991 wurde Mühl „wegen Sittlichkeitsdelikten, Unzucht mit Minderjährigen bis hin zur Vergewaltigung, Verstößen gegen das Suchtgiftgesetz und Zeugenbeeinflussung“ zu sieben Jahren Haft verurteilt, die er verbüßte. Danach lebte er bis zu seinem Tod weiter in einer Kommune in Portugal.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.11.2019)

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