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Konferenz

Worum es auf der COP25 geht

Die UN-Klimakonferenz (COP25) geht am Montag in ihre 25. Runde.
Die UN-Klimakonferenz (COP25) geht am Montag in ihre 25. Runde.APA/AFP/CRISTINA QUICLER

In Madrid wird über die Verteilung der Lasten und die Anrechnung von klimafreundlichen Maßnahmen diskutiert.

Madrid/Wien. Die UN-Klimakonferenz (COP25) geht am Montag in ihre 25. Runde. Dank des Überraschungsveranstalters Spanien wird Madrid die Gastgeberrolle übernehmen, nachdem Chile wegen der Unruhen abgesagt hat. Wichtigste Aufgabe für die Mitgliedstaaten des Pariser Klimavertrags ist es, das „Rulebook“ fertigzustellen.

Unter anderem geht es um die Zukunft der CDM-Projekte (Clean Development Mechanism), bei denen Industrieländer in Schwellen- und Entwicklungsländern Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen finanzieren, um ihre eigene Klimabilanz zu verbessern. Dazu zählt etwa die Modernisierung von Kraftwerken oder die Aufforstung von Wäldern. Die CDM sind bereits Teil des Kyoto-Vertrags. Ein Problem bei der Überführung in den Pariser Vertrag besteht darin, dass die klimafreundlichen Maßnahmen in Entwicklungsländern vollzogen wurden, die selbst keine Reduktionsverpflichtungen hatten – mit Paris ist jedoch nun jeder Staat, der unterzeichnet hat, derartige Verpflichtungen eingegangen. Hier stellt sich nun die Frage, wem diese Projekte zuzuordnen sind. NGOs fordern, dass es zu keinen Doppelzählungen kommen darf.

Die Pariser Klimaziele wollen insgesamt 187 Staaten als Vertragsparteien erreichen, nur die USA haben den Ausstieg Anfang November angekündigt, sie sind nach China der größte CO2-Emittent der Welt und für 14 Prozent aller Emissionen verantwortlich. US-Präsident Donald Trump hatte den Schritt im Juni 2017 angekündigt. Er gilt als „Klimaskeptiker“ und ist damit nicht allein.

 

Donald Trump hat Zweifel

In den USA entstand jedoch die „Climate Alliance“ aus inzwischen 25 der 50 US-Staaten, die zum Klimaabkommen stehen und über 50 Prozent der Bevölkerung repräsentieren. Trump bezeichnete den Klimawandel vor seiner Wahl einmal als Erfindung Chinas. Auch Brasiliens Außenminister Ernesto Araújo hat Zweifel an der Klimadebatte und spricht von „Klimatismus“. Die Anhänger dieser „Ideologie“ würden versuchen, ein „moralisches Pendant zum Krieg“ aufzubauen, um den „Grundfreiheiten“ entgegenzuwirken. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2019)