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Insolvenz

Millionenpleite in der steirischen Baubranche

Der Gleitschalungsspezialist SSA aus Leibnitz hat 4,4 Millionen Euro Schulden und musste Insolvenz anmelden.

Am Landesgericht Graz wurde über das Vermögen der SSA GmbH aus Leibnitz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Wie der Gläubigerschutzverband AKV berichtet, sind von der Insolvenz (nach einem bereits erfolgten Personalabbau) 18 Dienstnehmer betroffen. Die Verbindlichkeiten betragen laut Insolvenzantrag zu Buchwerten 4,425 Millionen, wovon
knapp 3,6 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten  entfallen. Die Aktiva werden mit 2,838 beziffert, wobei rund eine Million Euro auf offene Forderungen und rund 1,7 Millionen Euro auf vorhandenes Schalungsmaterial entfallen. Unter weiteren Restrukturierungsmaßnahmen wird die Fortführung des Unternehmens angestrebt, wobei man aus kurzfristig erwarteten Neuaufträgen höhere Deckungsbeitrage erhofft. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Wolfgang Reinisch aus Leibnitz bestellt.

Das im Jahr 2011 gegründete Unternehmen ist insbesondere im Bereich Planung, Herstellung und Verleihung von Gleitschalungssystemen tätig, wobei vor allem internationale Aufträge abgewickelt werden. Nachdem im Jahr 2013 ein erster großer Auftrag in Singapur abgewickelt werden konnte, sei das Unternehmen rasch und stark gewachsen, wodurch sich der Bedarf an Personal und Materialressourcen und somit der Liquiditätsbedarf massiv erhöhte hätten. Der Fokus lag zuletzt insbesondere am englischen Markt, jedoch seien hier infolge der Unsicherheiten um den „Brexit“ laut Insolvenzantrag diverse Aufträge verschoben worden bzw. seien derzeit kurzfristig keine Aufträge zu lukrieren. Dieser Umstand habe auch durch verstärkte Akquise auf anderen Märkten nicht abgefangen werden können.

(red)