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Testbericht

Huawei Watch GT2: Die Smartwatch mit dem Superakku

Huawei zeigt mit der Watch GT 2 eindrucksvoll, dass eine moderne Smartwatch nicht alle zwei Tage an die Steckdose muss. Perfekt ist sie deshalb aber noch nicht.

Es war 2014. Apple zog mit dem üblichen Marketing-Trara seine erste Smartwatch aus dem Hut. Ein Jahr nach Lieblingskonkurrent Samsung, der schon 2013 die Gear auf den Markt brachte.

Der große Hype sind die smarten Uhren zwar nicht geworden, dennoch zeigen die Hersteller, dass die Digitalisierung auch vor Uhren nicht halt macht und was so alles möglich sein kann mit einem smarten Zeitmesser. Sie messen Herzfrequenz, Temperatur, Luftdruck, Höhe, zählen Schritte und Kalorienverbrauch, spielen Musik in die Ohrstöpsel und bezahlen an der Bankomatkassa.

Das leidige Problem der Smartwatches ist nach wie vor ihr immenser Stromhunger. Je mehr Sensoren und Funktionen sie bieten, um so öfter brauchen sie eine Ladung Strom.

Huawei hat im Oktober mit der GT 2 eine Smartwatch vorgestellt, die beim Stromverbrauch den Mitbewerb weit hinter sich lässt. Sie hält bei moderater Nutzung locker über eine Woche durch. Nur bei aktiviertem GPS verkürzt sich ihr Durchhaltevermögen drastisch auf etwa 30 Stunden. Das ist aber noch immer ein sehr guter Wert. Neigt sich die Akkuladung dem Ende zu ist sie am mitgelieferten Ladepad in nur eineinhalb Stunden wieder voll. Huaweis Supercharging begeisterte schon beim Mate 20 Pro.

Genaugenommen ist die GT 2 keine echte Smartwatch. Denn Apps lassen sich auf der Uhr nicht installieren. Die typisch smarten Funktionen fehlen zum Teil auch. Zwar können Nachrichten wie SMS oder WhatsApp vom Handy via Bluetooth in der Uhr gespiegelt werden, beantworten kann man sie aber nicht. Liest man eine Nachricht auf der Uhr wird sie auch nicht im Smartphone als gelesen markiert. Also müssen sie am Handy trotzdem weggewischt werden. Bei Anrufen sieht das anders aus. Läutet das Handy und ist in Bluetoothreichweite der Uhr, läutet auch die GT 2 und ganz wie in Knight Rider mutiert der Träger zu David Hasselhoff. Dabei kann die Umgebung aber mithören, was bei manchen Anrufen recht peinlich werden kann.

Zwei Modelle: Die GT 2 gibt es in zwei Varianten. Eine kleinere mit einem 1,2 Zoll Display aber auch kleinerem Akku. Sie sieht Samsungs Gear Active zum verwechseln ähnlich. Das große Modell mit dem Superakku hat ein 1,39 Zoll großes Display mit Lünette und bringt mit dem größeren Stromspeicher 70 Gramm auf die Waage. Im Vergleich zu einem konventionellen Chronographen ein akzeptabler Wert. Navigiert wird mit Wischbewegungen am Display. Links oder Rechts zeigt die verschiedenen Hauptfunktionen wie Musikspieler, Herzfrequenz oder Stressometer an. Ein Wisch von unten bringt die ungelesenen Nachrichten auf den Schirm. Welche auf der Uhr gespiegelt werden lässt sich in Huaweis Health-App einstellen. App und Uhr zeichnen gemeinsam allerhand Gesundheits- und Fitnessaktivitäten auf. So können Workouts mit dem Rad oder beim Laufen gestartet werden. Die Uhr sagt dann alle drei Kilometer diverse Daten wie Herzfrequenz, zurückgelegte Strecke und Geschwindigkeit durch. Das motiviert und die Kalorien purzeln dahin. Ununterbrochen zeichnet die Uhr die Schritte auf. An einem durchschnittlichen Arbeitstag kamen wir auf 8000 Schritte. Am Wochenende waren es dann schon mal 20.000.

Fazit: Huaweis GT 2 ist ein gelungener Kompromiss zwischen Smartwatch und Fitnesstracker in zeitlos elegantem Design, das zum Anzug und zum Sportoutfit passt. Ihr großer Pluspunkt ist der sehr ausdauernde Akku.