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Connect-Netztest

Magenta hat Österreichs bestes Netz

Zum zweiten Mal in Folge kann sich Andreas Bierwirth über den Connect-Titel freuen.Die Presse

Zwei Mal „Überragend“ und ein Mal „Sehr gut“ lautet das Urteil des Connect-Netztests für die österreichischen Provider.

Zum zehnten Mal prüfte das Technik-Magazin Connect die Mobilfunker dieses Landes auf Herz und Nieren. Seit jeher blicken Töne des Neids durch, wenn die drei Provider Magenta, A1 und Drei gegeneinander antreten, denn "der Wettstreit der Anbieter findet traditionell auf hohem Niveau" statt. Während die heimischen Kunden gerne Ausfälle und Funklöcher monieren, verteilt Connect zwei Mal "Überragend" und einmal ein "Sehr Gut". Verbessert, so das Conclusio, haben sich alle.

Im Vorjahr erreichte Magenta (damals noch als T-Mobile) mit einer Gesamtnote von 1,2 den ersten Platz, gefolgt von A1 und Drei. Alle drei Anbieter erzielten ein "Sehr Gut". An der Reihung ändert sich nichts: Den Sieg holt sich Magenta vor A1 und Drei.

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Aber es gibt auch kleine Kritikpunkte: Traditionell schneiden die Anbieter in der Alpenrepublik in unserem Netztest auf sehr hohem Niveau ab. Regelmäßig erzielten sie in den letzten Jahren deutlich höhere Gesamtpunktzahlen als ihre deutschen Pendants, mussten sich aber mit einigem Abstand den nochmals stärkeren Anbietern aus der Schweiz geschlagen geben. Dafür sind die Mobilfunktarife in Österreich deutlich günstiger als in Deutschland.

Welcher Anbieter schneidet in den einzelnen Kategorien wie ab?(c) Connect.de

Ein Ärgernis bleiben freilich die hohen Roaming-Kosten, die alle österreichischen Anbieter für die Mobilfunknutzung im Nicht-EU-Nachbarland Schweiz verlangen.


Welcher Anbieter überzeugen?

Dass seit 2018 alle Netzbetreiber in Österreich die schnelle und qualitativ hochwertige Sprachtelefonie per VoLTE (Voice over LTE) unterstützen und diese Technik seither auch kontinuierlich ausgebaut haben, ist den Messwerten deutlich anzusehen. Dabei überzeugt vor allem Magenta mit sehr kurzen Verbindungsaufbauzeiten, die nicht nur in Großstädten, sondern auch in den kleineren Städten und auf den Verbindungsstraßen im Durchschnitt unter einer Sekunde liegen.

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Auch die Erfolgsquoten bewegen sich auf erfreulich hohem Niveau – selbst auf den Verbindungsstraßen liegen sie bei Magenta deutlich über 99 Prozent und bei den beiden Mitbewerbern A1 und Drei nur knapp darunter. Dass im Drei-Netz auch in Kleinstädten nur 98,6 Prozent aller Test-Telefonate gelangen, ist Klagen auf hohem Niveau.

Die Testergebnisse bei der Datennutzung

Das überzeugende Bild setzt sich bei den Datenmessungen fort. Mit dem kürzlich erfolgten Rollout von 4CA in den LTE-Netzen (Kombination von bis zu vier Frequenzbändern) hat Magenta in dieser Hinsicht die Nase vorn. Auch A1 nutzt 4CA in seinem Netz, allerdings unterstützt die Firmware des für unsere Messungen verwendeten Samsung Galaxy S9 die von diesem Anbieter eingesetzte spezifische Frequenzkombination nicht vollständig. In größeren und auch kleineren Städten erreicht Magenta mittlere Datendurchsätze von über 100 Mbit/s, in zehn Prozent der Fälle sogar über 200 Mbit/s. Die Werte von A1 liegen nur
knapp dahinter und auch Drei bietet hohe Datenraten und stabile Verbindungen.

Die Crowdsourcing-Ergebnisse

Alle drei Anbieter schneiden beim Crowdsourcing sehr gut ab – am deutlichsten kann hier Drei zulegen. Wie schon im Vorjahr weisen die Ergebnisse einen Vorsprung für A1 aus. Doch auch Magenta und Drei erreichen in dieser Kategorie sehr gute Resultate. Magenta liegt bei der Datenabdeckung (Netzversorgung mit 3G oder 4G) vorn, mit jeweils vergleichsweise kleinem Abstand folgen A1 und dann Drei. Bei der 4G-Abdeckung ist der Rückstand von Drei auf das Führungsduo etwas ausgeprägter. In städtischen Gebieten liegt Drei bei den Datenraten dagegen vorn.

Die Königsdisziplin: Mobilfunk in der Bahn

Die schwierigste Disziplin sind Mobiltelefonate und Datenabrufe während einer Zugreise. Auch hier entsprechen die von umlaut ermittelten Werte dem langjährigen Gesamtbild: Die drei österreichischen Anbieter liegen vor den deutschen, aber hinter den Schweizer Netzbetreibern. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Ergebnisse jedoch verbessert werden. Das gilt insbesondere für mobile Telefonate bei Magenta und A1.

Die Mobilfunknetze in der Einzelkritik


Platz 1: Magenta, 955 Punkte (max. 1000), connect-Note „überragend“.

Wie im Vorjahr erzielt Magenta (ehemals T-Mobile Austria) den Gesamtsieg in Österreich. Den knappen Vorsprung von vier Punkten gegenüber dem Verfolger A1 verdankt der Gewinner den im Vergleich besten Ergebnissen sowohl in der Sprach- als auch in der
Datenkategorie. Mit deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielt Magenta die Bestnote „überragend“.

Platz 2: A1, 951 Punkte, connect-Note „überragend“.

Auch A1 Telekom schneidet „überragend“ ab und liegt im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Gesamtsieg nur knapp hinter Magenta. Um dieses Niveau zu erreichen, hat sich der Anbieter im Vergleich zum Vorjahr erheblich verbessert. Zu den überzeugenden Ergebnissen zählt die exzellente Zuverlässigkeit, die wir im sechsmonatigen Crowdsourcing-Auswertungszeitraum beobachten konnten.

Platz 3: Drei, 908 Punkte, connect-Note „sehr gut“

In der Gesamtwertung konnte sich der kleinste Anbieter gegenüber dem Vorjahr am deutlichsten verbessern. Dabei liegen die Leistungen bei den Sprach- und Datenmessungen trotz verschärfter Kriterien leicht über dem Vorjahresniveau. Klar zugelegt hat Drei beim Crowdsourcing-Ergebnis.

Verschärfte Testmethoden

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Testmethodik wurde der Anteil der verfeinerten Crowdsourcing-Ergebnisse an der Gesamtnote auf 20 Prozent erhöht. Die höhere Gewichtung der Datenmessungen (48 Prozent) gegenüber der Sprache (32 Prozent) berücksichtigt, dass Datenkommunikation für viele Nutzer heute einige wichtigere Rolle spielt. Dennoch sollte auch die Telefonie uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Messungen in Österreich fanden vom 03.10. bis 18.10.2019 statt.

Die Drivetests wurden in 11 Groß- und 20 Kleinstädten absolviert (rund 6010 km). Jedes Fahrzeug war mit sechs Smartphones vom Typ Samsung Galaxy S9 bestückt. Dabei nahm jeweils ein Smartphone pro Netzbetreiber die Sprachmessungen und ein weiteres die Datenmessungen vor. Zusätzlich führte ein Walktest-Team in sieben Städten in Gebieten mit großem Publikumsverkehr Messungen zu Fuß durch, beispielsweise in Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés und öffentlichen Verkehrsmitteln.

>>> Connect.de

>>> Umlaut.com

(bagre)