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Ibiza-Affäre

Straches Poker um neue Gesetze für das Glücksspiel

ZANONI Peter =
Peter Zanoni kämpft seit Jahren um neue Gesetze für Poker. Die Abgabenquote ist derzeit sehr hoch. (Archivbild)Guenther Pertoutka / picturedesk.com

Strache wollte Pokerkönig Zanoni zu neuen Gesetzen verhelfen. Die Soko Ibiza ermittelt in dessen Umfeld.

Wien. Alles begann mit einem Treffen auf der Jacht eines gemeinsamen Freundes. Peter Zanoni, seines Zeichens Pokerkönig, traf dort Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, um ihm sein Leid zu klagen: Die viel zu hohen Steuerabgaben, die er für seine Pokerhallen leisten müsse. Und dass es da dringend eine Gesetzesänderung brauche, da er sonst wirtschaftlich nicht überleben könne. Was Zanoni prophezeite, wurde eine Woche nach Erscheinen des Ibiza-Videos mit einer der größten Pleiten des Jahres Realität.

Die Finanz eröffnete ein Konkursverfahren für Zanonis Concord Card Casinos (CCC), derer es in Österreich zwölf gibt. Zanonis Schulden beim Staat: 600 Millionen Euro. Und obwohl Strache zu diesem Zeitpunkt selbst genug Probleme hatte, machte er sich für seinen Freund stark. Der „Presse“ und dem „Standard“ liegen Informationen vor, wonach er hochrangigen FPÖ-Mitgliedern Nachrichten schrieb, dass man Zanoni dringend treffen möge. Und dass weiter forciert werden solle, was ausgemacht war.