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Unruhen im Iran: Über 200 Tote, 1000 Festnahmen

FILE PHOTO: People walk near a burnt bank, after protests against increased fuel prices, in Tehran
Spuren des Aufruhrs: Eine verbrannte Bankfiliale in Teheran. Eine Erhöhung der Benzinpreise löste im Iran landesweite Proteste aus, die von Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen wurden.VIA REUTERS

Ein Bericht von Amnesty International zieht Bilanz über die Proteste im Iran. Die iranischen Behörden zeigten „schamlose Missachtung menschlichen Lebens“, heißt es darin. 180 Menschen droht die Todesstrafe.

Bei den schweren Unruhen im Iran im vergangenen Monat sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) 208 Menschen ums Leben gekommen. Im Iran waren Mitte November landesweite Proteste gegen eine Erhöhung der Benzinpreise und die Rationierung von Kraftstoff ausgebrochen, gegen die iranische Sicherheitskräfte gewaltsam vorgingen.

Nach offiziell unbestätigten Angaben gab es zudem mehr als 1.000 Festnahmen - unter ihnen 180 "Rädelsführer", denen die Todesstrafe droht. Mit einer zeitweisen Internetblockade sorgte Teheran dafür, dass kaum Informationen, Bilder und Videos der Proteste verbreitet werden konnten. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung und Gewalt wurde für viele erst sichtbar, als das Regime das Internet wieder hochfahren ließ.

„Amoklauf der iranischen Sicherheitskräfte"

"Diese alarmierende Zahl von Toten ist weiterer Beweis für einen schrecklichen Amoklauf der iranischen Sicherheitskräfte", heißt es in dem am Montagabend veröffentlichten AI-Bericht. Die iranischen Behörden zeigten mit dieser Opferzahl ihre "schamlose Missachtung menschlichen Lebens", wurde Amnestys Regionaldirektor Philip Luther zitiert.

Der Amnesty-Vertreter forderte, die Verantwortlichen für dieses "blutige Vorgehen" gegen Demonstranten zur Verantwortung zu bringen. Dazu wurde die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung aufgerufen, da der Iran schon früher keine Bereitschaft zu unabhängigen und unparteiischen Untersuchungen von Gewalt gegen Demonstranten gezeigt habe.

(APA/dpa)

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