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Aktionskunst

Mit der Asche der Toten spielt man nicht − oder doch?

Franz von Papen im Jahr 1956.
Franz von Papen im Jahr 1956.(c) imago/ZUMA/Keystone (imago stock&people)

Das Zentrum für politische Schönheit provoziert wieder einmal. Es hat die „Asche der Opfer“ des NS-Regimes ins Herz Berlins gepflanzt. Zumindest behauptet es das. Das Künstlerkollektiv fürchtet nämlich, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.

Am Dienstag ist Franz von Papen auf dem Weg nach Berlin. Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hat ihn in seine Gewalt gebracht, wie es so augenzwinkernd wie Aufmerksamkeit heischend verkündet. Nun ist der adelige Katholik schon seit 50 Jahren tot. Das Künstlerkollektiv, beseelt von einem „aggressiven Humanismus“, hat also nur den Grabstein jenes Mannes entwendet, der Adolf Hitler den Weg an die Macht ebnete. Und jetzt, verkündet das ZPS, soll der tote ehemalige Reichskanzler von Papen in Berlin die „historische Schuld des Konservativismus“ aufarbeiten. Was für eine Grabschändung, was für ein Theater!