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Restrukturierung

Zumtobel schafft den Turnaround

Symbolbild.
Symbolbild.(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
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Der Leuchtenspezialist verdoppelt den Betriebsgewinn.

Wien. Einige Jahre war es ziemlich finster bei Zumtobel. Nun zeigt der Restrukturierungskurs, den Alfred Felder dem Leuchtenkonzern verpasst hat, positive Wirkung: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/2020 wurde bei einer leichten Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent auf 603,8 Mio. Euro das Betriebsergebnis von 19,1 auf 36,7 Mio. Euro nahezu verdoppelt. Das Nettoergebnis legte sogar von 8,8 auf 24,7 Mio. Euro zu.

„Nach einigen sehr herausfordernden Geschäftsjahren bestätigt die aktuelle Unternehmensperformance den eingeschlagenen Kurs: Es ist uns trotz widriger Marktbedingungen gelungen, das erste Halbjahr mit einem leichten Umsatzplus sowie einer sehr zufriedenstellenden Ergebnissteigerung abzuschließen“, sagte Felder.

Treiber des Geschäfts waren die Kernmärkte der D-A-CH-Region Österreich, Deutschland und Schweiz. Da gab es einen Umsatzzuwachs von 5,5 Prozent. Auch in Benelux und in Osteuropa sowie in Amerika kam es zu Umsatzzuwächsen. Rückgänge gab es auf dem zweitgrößten Markt der Gruppe in Nordeuropa, in Südeuropa, in Asien und im Mittleren Osten.

Für die Aktionäre waren die Nachrichten ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk, hatten sie doch in letzter Zeit nichts zu lachen. Die Aktie, die seit Jahresbeginn nach einem Rücksetzer insgesamt drei Prozent im Plus liegt, gewann am Dienstag über zwei Prozent. In den vergangenen drei Jahren verlor das Papier gut 55 Prozent. Der Absturz war nicht nur schlechten Geschäftsergebnissen geschuldet. Der Konzern, der Lichtsysteme und -komponenten für Gebäude und öffentliche Räume entwickelt und produziert, wurde auch von einem heftigen Rechtsstreit mit dem früheren Vorstandschef Ulrich Schumacher belastet.

Jetzt gilt es, für das saisonal stets schwächere zweite Halbjahr aufzurüsten. Felder geht im Geschäftsjahr 2019/20 von einer leichten Umsatzsteigerung sowie einer Verbesserung der bereinigten Ebit-Marge auf drei bis fünf Prozent aus.

Das Mittelfristziel einer Ebit-Marge von rund sechs Prozent bis 2020/21 bleibt aufrecht – trotz wachsender Risikofaktoren. Wesentlich sei das prognostizierte und bereits mehrfach nach unten korrigierte Wirtschaftswachstum auf den Kernmärkten, das sich unmittelbar auf die professionelle Bauwirtschaft und deren Konjunktur auswirke. Während der private Wohnbau noch laufe, schwäche sich der Industrie- und Verwaltungsbau bereits ab, hieß es am Dienstag. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.12.2019)