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Neue Oberstufe: Schüler, Eltern und Lehrer wollen Start erneut verschieben

Symbolfoto: Jugendliche in der Oberstufe
Symbolfoto: Jugendliche in der OberstufeClemens Fabry
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Die Einführung der neuen Oberstufe wurde bereits zwei Mal verschoben. Starten sollte sie nun eigentlich im Herbst 2021.

Die flächendeckende Einführung der Neuen Oberstufe (NOST) an den Allgemeinbildenden (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) wurde bereits zwei Mal abgesagt, als neuer Starttermin wurde nunmehr das Schuljahr 2021/22 angepeilt. In einem Brief an Bildungsministerin Iris Rauskala fordern Schüler-, Eltern und Lehrervertreter nun allerdings eine weitere Verschiebung.

Bei der NOST wird ab der 2. Klasse der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bzw. der 6. Klasse AHS der Lernstoff in je ein Semester umfassende Module unterteilt. Bei einer negativen Note in einem Fach muss dann nicht die ganze Klasse wiederholt, sondern nur das jeweilige Modul positiv abgeschlossen werden. Bis zur Matura müssen aber alle "Nicht Genügend" durch sogenannte "Parkplatzprüfungen" ausgebessert sein - bis dahin sind die Schüler vor der Reifeprüfung "geparkt" und dürfen nicht antreten. Eigentlich hätte die NOST bereits 2017/18 flächendeckend starten sollen, die ersten Probeläufe gibt es schon seit 2013/14.

Grund für die erneute Forderung nach einer Verschiebung durch den Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGA) für die mittleren und höheren Schulen: In wenigen Wochen starten die Schulanmeldungen für das Schuljahr 2020/21. Bleibt es beim gesetzlich vorgesehenen Starttermin der NOST, wüssten die Oberstufen-Schüler in spe nicht, unter welchen konkreten Rahmenbedingungen sie ab dem zweiten Jahr lernen werden. Die Bundesregierung solle daher die gesetzliche Regelung verlängern, die den Schulen eine autonome Entscheidung über den Umstieg auf die Neue Oberstufe erlaubt.

"'Parkplatzprüfungen' nicht der Stein der Weisen"

"Es würde unser gesamtes System infrage gestellt, wenn während des Durchgangs die Spielregeln geändert werden", kritisiert Roland Gangl (FCG) von der BMHS-Gewerkschaft im Gespräch mit der Austria Presseagentur. In den Probeläufen habe sich etwa gezeigt, dass die "'Parkplatzprüfungen' nicht der Stein der Weisen sind". Geht es nach Gangl, sollte es auch künftig in der Autonomie der Schulen liegen, ob sie die Oberstufe überhaupt umstellen. Mit der Zentralmatura gebe es ohnehin Qualitätssicherung im System.

Vom Bildungsministerium wurde eine Evaluation der derzeit an zahlreichen Schulen erprobten Reform bis Ende des Jahres in Auftrag gegeben, bis zum Juni 2020 sollen etwaige gesetzliche Änderungen beschlossen werden.

(APA)