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Winterquartiere: Spitzenreiter und Aufsteiger

Kitzbühel ist nach wie vor der Winter-Hotspot schlechthin in Sachen Luxusimmobilien.
Kitzbühel ist nach wie vor der Winter-Hotspot schlechthin in Sachen Luxusimmobilien.(c) imago/Roland Mühlanger (Bildagentur Muehlanger)
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Wo es alpine Luxusimmobilien gibt, und was sie kosten.

Sie hat wieder begonnen, die hohe Zeit der Ski-Openings. Im ganzen Land sind die Pisten eröffnet und die Lifte in Betrieb – und bald dürfte bei dem einen oder anderen der Wunsch nach einer Luxus-Immobilie nahe der Talstation oder gleich mit einer Ski in/Ski out-Option wieder stärker Gestalt annehmen. Ein guter Grund, einen Blick darauf zu werfen, wo High-End-Immobilien in den heimischen Winter-Hotspots am teuersten und/oder begehrtesten sind, wo noch Luft nach oben besteht und wie sich trotz der strengen Zweitwohnsitzregelungen ein legaler Weg finden lässt, sich seinen ganz privaten Skiraum samt Schuhheizung designen zu lassen.

 

Spitzenpreise in Kitzbühel

Die Kurzformel für Luxus plus Winter plus Immobilien heißt in Österreich Kitzbühel, daran besteht auch in diesem Winter kein Zweifel. Hier werden bis zu 25.000 Euro für den neuen, hochwertigen Wohnquadratmeter gezahlt, bei den Grundstückspreisen in den guten bis sehr guten Lagen die 5000 Euro-Grenze locker überschritten und „für sehr gute Lagen am Sonnberg werden auch 6000 Euro für den Quadratmeter Grund gezahlt“, berichtet Christian Krassnigg, Inhaber des gleichnamigen Kitzbüheler Immobilienunternehmens. Womit die Preise im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil geblieben sind, allerdings auf höchstem Niveau, nachdem die Gamsstadt zuvor in Sachen Preisanstieg drei Rekordjahre in Folge hingelegt hatte.

Das hat – zumindest bei den Wohnquadratmetern – auch damit zu tun, dass nicht nur immer hochwertigere, sondern vor allem auch immer vollständiger ausgestattete Häuser und Wohnungen gesucht werden. „Vielen Kunden ist es schon sehr recht, wenn es wirklich bezugsfertig ist“, weiß der Makler. „Denn die Zeit wird immer wertvoller, und es ist schon ein enormer Aufwand, alles einzurichten.“ „Von der Stange“ ist in dem 8000-Einwohner-Städtchen trotzdem nichts, denn für die Inneneinrichtungen zeichnen hier namhafte heimische Designer verantwortlich, die ein Gespür für die richtige Mischung aus alpinem Charme und internationalem Standard haben (müssen). Besonders nachgefragt sind derzeit luxuriöse Eigentumswohnungen, wie Krassnigg erklärt: „Da gibt es zu wenig Angebot auf dem Markt, viele Kunden suchen Wohnungen bis 200 Quadratmeter mit zwei bis drei Schlafzimmern“, berichtet der Makler. Allerdings werde sich dieser Bedarf in nächster Zeit auch nicht unbedingt befriedigen lassen. „Die Preise für solche Wohnungen liegen aufgrund der hohen Grundstückspreise bei 20.000 Euro pro Quadratmeter, damit ist man dann auch wieder bei vier bis fünf Millionen – und um diese Summe kaufen dann viele eher ein Haus“, erklärt Krassnigg die Zusammenhänge.

Auch das Ausweichen auf die sogenannten Satelliten hilft hier nur mehr bedingt gegen die hohen Preise. Kirchberg und Reith haben deutlich aufgeschlossen. Hier müssen inzwischen auch schon 5000 Euro für den Quadratmeter Grund gezahlt werden, und unter 10.000 Euro für den Quadratmeter Wohnraum tut sich hier im Luxussegment nichts mehr.

 

Going: Potenzial nach oben

Günstiger gibt es Immobilien derzeit noch in Going, wo man um 1500 Euro einen Quadratmeter Boden kaufen kann, für Häuser oder Wohnungen aber auch schon mit 10.000 bis 13.000 Euro rechnen muss. Ein wenig darunter liegt Fieberbrunn, das allerdings durch die Verbindung mit Leogang und damit an die Skischaukel Saalbach-Hinterglemm einen rasanten Aufschwung erlebt. Er ist nicht der einzige Skiort ist, der in Sachen Lage einen deutlichen Sprung nach oben gemacht hat, wie Marlies Muhr, Inhaberin des gleichnamigen Immobilienunternehmens, weiß. „In Leogang geht derzeit einiges mehr durch die neue Skianbindung, die Nachfrage zieht hier deutlich an“, berichtet die Maklerin.

Die Preise lassen, im Vergleich zu Kitzbühel, dennoch ordentlich Luft nach oben: So kann man in Leogang den Quadratmeter Grund um unter 1000 Euro erwerben, in Saalbach ist man mit deutlich unter 2000 Euro dabei – in Premiumlagen, wohlgemerkt. Ebenfalls im Aufwind, aber derzeit noch sehr bezahlbar, sieht Muhr die Region Mühlbach am Hochkönig mit seinen Skischaukeln nach Dienten und Maria Alm sowie die Region Westendorf/Brixental mit der Skiwelt Wilder Kaiser.

„Außerdem wird Gastein wieder das, was es einmal war: ein Hotspot“, ist die Maklerin überzeugt. Dazu trage nicht nur die altbekannte Tatsache bei, dass „Gastein eben ein richtiges Schneeloch ist“,  sondern auch die neuen Restaurants und das derzeit noch günstige Preisniveau von unter 10.000 Euro pro Quadratmeter edler Wohnfläche.

Am Arlberg tut sich in Sachen Luxusimmobilien das, was sich hier immer schon getan hat: nämlich so gut wie gar nichts. „Ich habe fast jeden zweiten Tag eine Anfrage nach einem Chalet oder einer Wohnung am Arlberg, aber es kommt so gut wie nichts auf den Markt“, berichtet Christian Herzog-Johnston, Geschäftsführer von Herzog Immobilien.

 

Arlberg: Hotel statt Chalet

Dabei sei die Nachfrage ungebrochen groß, vor allem deutsche und holländische Interessenten, die sich vor Minuszinsen fürchten, würden nur gar zu gern dort investieren. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Einzige, was es am Arlberg noch weniger zu kaufen gibt als Luxusimmobilien, ebensolche mit Freizeitwidmung sind. Und bekanntlich wird strengstens kontrolliert, ob die mit den Widmungen verbundenen Auflagen auch eingehalten werden. Weshalb mancher Käufer mittlerweile darauf ausweicht, eine Immobilie mit touristischer Nutzung zu kaufen – wozu beispielsweise Hotels oder Apartmenthäuser gehören. „Wenn ich ein solches Objekt kaufe und betreibe, hat niemand etwas dagegen, wenn ich das Penthouse als Managerwohnung nutze“, verdeutlicht Herzog das Prinzip. Das hilft derzeit dabei, ein paar in die Jahre gekommene Betriebe in zahlungskräftige Hände zu vermitteln. „Da gibt es eine Pension mit zehn Zimmern um sechs Millionen oder ein älteres Hotel mit 20 Zimmern und deutlichem Renovierungsbedarf um 6,5 Millionen“, umreißt er, was der eigene Edel-Skikeller mit Widmung am Arlberg kostet.   (SMA)

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Kitzbühel ist nach wie vor der Winter-Hotspot schlechthin in Sachen Luxusimmobilien. Hier haben die Grundstückspreise die 6000 Euro pro Quadratmeter erreicht, der Wohnquadratmeter wird um bis zu 25.000 Euro gehandelt. Deutlich günstiger, aber mit Potenzial nach oben, sind dagegen High-End-Objekte in Going, Fieberbrunn, Leogang, Saalbach, Mühlbach am Hochkönig, der Regionen Westendorf/Brixental und Gastein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2019)

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