Nicht nur der CO2-Ausstoß, auch die Luftverschmutzung durch die Kohlekraftwerke ist ein großes Problem in China.
Klimawandel

Keine Schulstreiks im Reich der Mitte

Auch wenn China weltweit die meisten CO2-Emissionen generiert, spielen die „Fridays for Future"-Demos so gut wie keine Rolle. Die Regierung widmet sich dennoch zunehmend dem Umweltschutz.

Peking. Ausgerechnet in China sind die weltweiten Klimaproteste weitestgehend Tabu. Über Greta Thunberg und „Fridays for Future" berichten die heimischen Medien de facto kaum. Die Kommunistischen Partei reagiert schließlich äußerst sensibel auf zivilen Ungehorsam. Seit der blutigen Niederschlagung der Studentenbewegung am Pekinger Tiananmen-Platz 1989 hat die Regierung ein Gesetz verabschiedet, wonach öffentliche Proteste nur mit ausdrücklicher Regierungsgenehmigung erlaubt sind.

Dennoch begann im Frühjahr ein 16-jähriges Mädchen mit Kurzhaarfrisur und runden Brillengläsern, sich in der südchinesischen Provinz Guangxi mit einem selbstgemalten Protestplakat vor das lokale Regierungsgebäude zu stellen – trotz der Angst, von den Regierungsbeamten abgeführt zu werden. Howey Ou – ein Pseudonym – wurde schließlich nach etwas mehr als einer Woche von Sicherheitskräften abgemahnt. Sie dürfe zwar streiken, aber müsse sich vorher eine Genehmigung einholen.