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Kommentar

Peter Handke und die Nasenzange

Der große Schriftsteller kokettiert gar zu gern mit seiner Neigung zur Wut. Er sollte wieder einmal Doderers „Merowinger“ lesen.

Die Bibelgeschichte von der Heilung des besessenen Geraseners wolle er in seiner Nobelpreisrede neu erzählen, kündigt Peter Handke an: Vielleicht werde der Besessene bedauern, dass ihm Jesus die bösen Geister ausgetrieben hat . . .

Bei allem ehrlichen Respekt vor diesem Großen der Literatur: Wer auch nur einige Interviews mit Peter Handke gelesen hat und jetzt die Pressekonferenz in Stockholm verfolgt hat, wird das Gefühl nicht los, dass Handke, wenn er von bösen Geistern spricht, auch von einem inneren Dämon spricht, der ihn selbst allzu oft treibt, reizt und quält: von der Wut.