Das Leiden kann die Stärksten fällen: Eines der Opfer wurde der Boxer, der kämpfte wie kein Zweiter: Muhammad Ali.
Wissenschaft

Parkinson, woher?

Hinter der Alterskrankheit des Gehirns sehen viele ein fehlerhaftes Protein. Sie könnte aber auch von nicht zureichend entsorgtem Zellmüll kommen.

Mit dem Altern kann das Gehirn die Kontrolle über sich selbst verlieren, oder die über den Körper, Namen haben die beiden Schrecken von ihren Erstbeschreibern – Alois Alzheimer (1906) bzw. James Parkinson (1817) –, ihre Ursachen aber blieben trotz intensivster Forschung im Dunkeln. Gemeinsam ist beiden, dass sich in erkrankten Gehirnen Ablagerungen finden, verklumpte Proteine aus ß-Amyloiden bei Alzheimer, aus α-Synucleinen bei Parkinson. Aber ob die ursächlich hinter den Leiden stehen oder lediglich Begleiterscheinungen bzw. Marker sind, ist unklar.

Bei Alzheimer hat die Forschung weithin resigniert, alle Pharmagiganten haben sie eingestellt, kleinere Gruppen gehen anderen Spuren nach, etwa denen von Viren oder Bakterien, die das Immunsystem des Gehirns mit chronischer Entzündung reagieren lassen. Bei Parkinson, bei dem auch der Geist leidet, vor allem aber der Körper nicht mehr problemlos in Balance gehalten werden kann und teils in Zuckungen, teils in Versteifungen verfällt – weshalb Parkinson den Namen „Schüttellähmung“ wählte, „Paralysis agitans“ –, ist immerhin Milderung möglich, etwa durch medikamentöse Eingriffe in den Dopamin-Haushalt: Die Krankheit zerstört die für die Produktion dieses Neurotransmitters zuständigen Nervenzellen in der Substantia nigra, einer Hirnregion, die mit der Steuerung von Bewegungen zu tun hat. Wovon diese Zellen befallen sind, schien seit 1912 klar, da entdeckte der Neurologe Friedrich Lewy in ihnen Kompartemente – später nach ihm „Lewy-Körperchen“ genannt –, die voll waren mit verklumpten α-Synucleinen.