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Fotografie

Im Smartphonezeitalter ist Fotografieren immer und überall möglich. Das ist gut so. Aber derjenige, der die Bilder sortieren und einordnen muss, hat jede Menge zu tun. Ein kleiner Hilferuf.

Liebe Leserinnen und Leser. Nein, das ist keine Abschiedskolumne. Ich drehe heute den Spieß einmal um. Ich brauche Ihre Hilfe.

Es ist ja so, dass wir im einundzwanzigsten Jahrhundert mehr oder weniger ununterbrochen Fotos machen können. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, wo nach zwölf, 24 oder 36 Bildern Schluss war? Heute sieht das ganz anders aus. Wir knipsen alles, was uns über den Weg läuft. Und wir machen nicht eines, sondern mindestens vier bis fünf Bilder vom gleichen Motiv. Sicher ist sicher. Wenn wir uns selbst ablichten wollen, brauchen wir nicht einmal jemand zu fragen. Die Selfiestange macht es möglich. Schade eigentlich.

Am schlimmsten ist das im Urlaub. Da wird fotografiert, bis das Smartphone heiß wird. Meine Frau und meine Kinder nehmen alles auf. Nichts entgeht der Handylinse.

Das Problem: Irgendjemand muss die ganzen Bildern dann überspielen, sortieren und einordnen. Traditionell ist die Weihnachtszeit der ideale Zeitpunkt dafür, und ich hocke Stunden vor dem Computer und sortiere Bilder.

Ein Bruchteil der Fotoflut wird entwickelt und 9 mal 13 oder 10 mal 15 in ein Album geklebt. Für besondere Anlässe komponiert man ein Fotobuch. Das ist auch immer eine schöne Geschenkidee. Der Rest wandert ins digitale Archiv, das eh kaum jemand anschaut.

Mein System bisher: Für jedes Jahr gibt es einen Ordner. Darin gibt es wiederum für jeden Monat ein Verzeichnis. Sind zwei Jahre gefüllt, brenne ich alles auf eine DVD. Das hält wohl länger als auf einer Festplatte oder SSD. Doppelt hält besser. Insgesamt ist das aber ganz schön viel Arbeit.

Hier nun meine Frage und Bitte: Wie sortieren Sie Ihren jährlichen Foto-Tsunami? Gibt es irgendeine leistbare, im besten Fall kostenlose Software, mit der sich das Foto-Chaos schnell und einfach sortieren lässt? Ich bin mir sicher, jemand von Ihnen hat eine geniale Idee. Bitte mailen Sie mir.

manuel.reinartz@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.12.2019)