Sonnenaufgang über dem Skigebiet Pitztaler Gletscher (im Bild die Bergstation der Wildspitzbahn).
Pitztal

Ein unberührter Berg und der Traum von einem Skigebiet

Im Pitztal geht es um mehr als um das teilweise Schleifen eines Berggrats für ein neues Skigebiet. Es geht auch um zwei Täler und ihre unterschiedliche Geschichte.

Sechs Skilifte, 22 Kilometer Piste, darunter eine lange Abfahrt ideal zum Carven – das Skigebiet Pitztaler Gletscher ist wie gemacht für Familien. Für leidenschaftliche Wintersportler aber, die viel Abwechslung suchen, gibt es bessere Skigebiete in Tirol.

Etwa jenes, dessen Liftstation und Stützen man von den Pisten des Pitztaler Gletschers aus sieht. Es ist das Skigebiet Ötztaler Gletscher mit 25 Kilometern leichten, knapp sechs Kilometern mittleren und etwa vier Kilometern schweren Abfahrten, mit drei Gondelbahnen, einer Sesselbahn und vier Schleppliften. Hier findet jährlich der Auftakt für den Skiweltcup statt, vor allem aber hat man über den Ötztaler Gletscher Zugang zum großen Skigebiet Sölden mit insgesamt 144 Pistenkilometern.

Es ist also ein naheliegender Wunsch in erster Linie der Pitztaler Liftbetreiber, die beiden Skigebiete zu verbinden. Seit 2005 ist dafür ein Erweiterungsgebiet festgelegt, seit 2016 gibt es ein konkretes Projekt: Eine 1910 Meter lange Seilbahn soll vom Pitztaler Gletscher aus über eine neu zu errichtende Zwischenstation auf einem Berggrat unterhalb des Linken Fernerkogels ins Ötztaler Skigebiet führen. Sie ist Teil der geplanten größeren Erweiterung des Pitztaler Skigebiets um drei Lifte, einen 600 Meter langen Tunnel durch einen Berg und 58 Hektar neue Pisten (aktuell umfasst das Skigebiet etwa 80 Hektar). Gesamt sollen 64,4 Hektar auf dem Gletscher verbaut werden, das entspricht etwa 90 Fußballfeldern, wie die Gegner des Projekts vorrechnen, oder, wie die Befürworter erklären, weniger als einem Prozent der Gletscherfläche.

Drei Jahre liegt das Projekt bereits zur Prüfung beim Land Tirol, aber erst jetzt gibt es darüber eine heftige Diskussion – nicht nur in Tirol, nicht nur in Österreich, ganz Europa kennt plötzlich die Ausbaupläne.