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Doppelbesteuerungsabkommen

Ein Pakt in allerletzter Minute

Präsident Macri und seine Frau verabschieden sich. Kurz vor Ende seiner Amtszeit wurde ein Abkommen mit Österreich fixiert.
Präsident Macri und seine Frau verabschieden sich. Kurz vor Ende seiner Amtszeit wurde ein Abkommen mit Österreich fixiert.(c) APA/AFP/ALEJANDRO PAGNI (ALEJANDRO PAGNI)

An seinem vorletzten Amtstag unterzeichnete Argentiniens Außenminister Jorge Faurie das für österreichische Unternehmen so wichtige Abkommen.

Buenos Aires. Gerade in Geldangelegenheiten liefert Argentinien notorisch schlechte Nachrichten. Seit April 2018 herrscht wieder Finanzkrise, dem Land droht am Ende der Amtszeit von Mauricio Macri der neunte Staatsbankrott. Doch nun kommt überraschende frohe Kunde – nach Österreich. Am Nachmittag des 6. Dezembers unterzeichnete der Noch-Außenminister Jorge Faurie ein nagelneues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Argentinien an seinem vorletzten Amtstag. Es war ein Last Minute Deal.

Ein Vertrag, der heimische Unternehmen ab 2021 steuerlich endlich mit Firmen aus Deutschland und der Schweiz gleichstellt. Bislang müssen heimische Unternehmen 30 Prozent Steuern in Argentinien abführen und werden danach auch vom rot-weiß-roten Fiskus zur Kasse gebeten. Um solche Belastungen zu vermeiden, ließen heimische Betriebe Rechnungen oft von ihren Niederlassungen in Deutschland ausstellen, was nicht nur mehr Aufwand bedeutete, sondern auch die Handelsbilanz verfälschte. Die Wirtschaftskammer (WKO) rechnet nun mit einer Verdreifachung der Dienstleistungsexporte nach Argentinien.

Aber auch Argentinien dürfte profitieren. Seine IT- und Softwarebranche, nach dem Agrarsektor der zweitwichtigste Exporteur, wird nun ihre Dienste in Österreich besser anbieten können. Die WKO rechnet mit einer Vervielfachung der 28 Millionen Euro, die 2018 von argentinischen Firmen nach Österreich exportiert wurden.