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Nobelpreis für Literatur

Was Kollegen zu Peter Handke einfällt

Peter Handke am Freitagvormittag bei der Pressekonferenz in
Peter Handke am Freitagvormittag bei der Pressekonferenz in Stockholm, die mit einem Geburtstagsständchen begann – und mit drastischen Worten des Autors endete.APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND
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Das Bild einer Igelfamilie, die Studiobühne Villach, die "imperiale Geste der Behauptung eines weltweiten Gesamtsubjekts": Autoren über Handke und den Nobelpreis.

Josef Winkler

Ich halte Peter Handke für den größten europäischen Schriftsteller. Ich wüsste niemanden, der so genau, vielfältig, immer wieder überraschend - und man fragt sich oft "wie ist denn so ein Satz nur möglich, vom Himmel kann er doch nicht gefallen sein!" - mit Sprache umgehen kann im Sinne seiner eigenen Worte: "Mein einziges Talent ist seit jeher die Sehnsucht gewesen; zum Beispiel habe ich nie schreiben können, als Können; etc. (Place de Clichy, Paris)". Ich habe einmal in Holland, unweit vom Meeresufer, eine Igelfamilie gesehen, also zwei große, mehrere winzig kleine Igel. Dieses Bild als Realität habe ich lang bestaunt. Dann habe ich im Roman "Bildverlust" von Peter Handke die Beschreibung einer Igelfamilie gelesen, und ich muss sagen, dass ich öfter an die Beschreibung einer Igelfamilie von Peter Handke denke als an die Igelfamilie, die ich damals unweit vom Ufer des Meeres tief berührt bestaunt habe.

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