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Brüssel lädt den Batteriemarkt auf

Europa will in Sachen E-Mobilität nachrüsten.
Europa will in Sachen E-Mobilität nachrüsten.(c) Jan Woitas / dpa / picturedesk.c (Jan Woitas)
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Am Montag gab die EU-Kommission grünes Licht für eine neue Batteriezellen-Allianz. Das freut den deutschen Wirtschaftsminister. Und den österreichischen Milliardär Michael Tojner.

Berlin/Brüssel. Der deutsche Wirtschaftsminister, Peter Altmaier (CDU), zeichnet schon länger seine Vision von Batteriezellen made in Germany. Die besten und nachhaltigsten Batterien sollen es sein. Doch die Realität sieht anders aus. Die ostasiatische Konkurrenz ist Deutschland und Europa bei der Fertigung großer Batteriezellen enteilt. Altmaier will das ändern. Mit Steuergeld. Am Montag ist der Minister seinem Ziel näher gekommen: Die EU-Kommission gab grünes Licht für die erste europäische Batteriezellen-Allianz, eine zweite ist in der Pipeline.

17 Unternehmen aus sieben EU-Staaten sind an Bord. In den nächsten Jahren können sie insgesamt bis zu 3,2 Milliarden Euro an staatlicher Hilfe für Forschung und Entwicklung abschöpfen. Das soll noch einmal fünf Milliarden Euro an privaten Investitionen mobilisieren. Es steht viel auf dem Spiel: Die Batteriefertigung ist für Europa „von strategischem Interesse“, wie Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Dienstag erklärte.

Berlin und Paris hatten das Projekt angeschoben. Die meiste öffentliche Hilfe stellt Deutschland bereit (bis zu 1,25 Mrd.), gefolgt von Frankreich (960 Mio.). Die fünf deutschen Partner tragen klingende Namen: Die Autobauer BMW und Opel sind genauso an Bord wie der Chemieriese BASF, eine Tochter des Recyclingkonzerns Umicore und der Batteriehersteller Varta des österreichischen Unternehmers Michael Tojner.

Varta zählt zu den großen Gewinnern des stetig wachsenden Batteriemarkts und des Börsenjahrs. Der schwäbische Konzern steigt in den MDAX-Index auf. Tojner, nach wie vor Mehrheitseigentümer, ließ sich den Erfolg versilbern und platzierte jüngst 808.000 Varta-Aktien, was ihm 92 Millionen Euro eingebracht haben soll. Das drückte den Aktienkurs ein wenig. Auch am Dienstag notierte die Aktie von Varta, aber auch von BMW und BASF, trotz der Genehmigung aus Brüssel leicht im Minus. Die Märkte hatten die Zusage schon eingepreist. Aber unter dem Strich hat sich der Kurs der Varta-Aktie heuer mehr als verdreifacht.