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Medikamente ab sofort österreichweit elektronisch erfasst

In allen Apotheken und bei einem Großteil der Vertragsärzte werden alle von Ärzten verordneten und die rezeptfrei abgegebenen Medikamente in einer Liste gespeichert.

Wien. Die E-Medikation steht ab sofort flächendeckend zur Verfügung, Ende November wurde die Ausrollung mit Wien in allen Bundesländern abgeschlossen. Damit werden nun alle von Ärzten verordneten und die rezeptfrei abgegebenen Medikamente in einer Liste gespeichert. Wechselwirkungen können so überprüft und Doppelverschreibungen verhindert werden. Erstmals kann die E-Card dafür jetzt auch in der Apotheke eingesetzt werden.

In allen rund 1400 Apotheken und bei über 6300 der insgesamt rund 7000 Vertragsärzten werden nun alle Medikamente elektronisch erfasst. Nur Ärzte, die älter als 65 sind, müssen nicht an dem System teilnehmen, ausgenommen sind auch Zahnärzte und auch für Wahlärzte gibt es keine Verpflichtung. Neu ist, dass die Patienten nun auch in der Apotheke ihre Medikamentenliste einsehen können und die Apotheke auch die rezeptfreien Medikamente (fast jedes zweite Präparat) auf Wechselwirkungen prüfen kann.

E-Card, um Wechselwirkungen zu überprüfen

Im Gegensatz zum Arzt, wo der Patient seine E-Card vorlegen muss, geschieht dies in der Apotheke allerdings auf freiwilliger Basis. Das Stecken der E-Card und eine Überprüfung auf Wechselwirkungen erfolge auf Wunsch der Patienten. Ziel sei es jedoch, dass die Patienten von sich auch danach fragen, das soll auch mit einer Informationskampagne erreicht werden.

Bisher haben rund 290.000 Menschen oder drei Prozent aus dem ELGA-System oder der E-Medikation hinausoptiert. Bei allen anderen Patienten hat der Arzt nach dem Stecken der E-Card Einblick in die Medikamente-Liste. Wenn er ein Rezept ausstellt, kann dies über einen Matrix-Code in der Apotheke eingescannt werden. Mit dem Stecken der E-Card in der Apotheke kann dann dort eine Prüfung auf Wechselwirkungen nicht nur bezüglich der verordneten, sondern auch der frei verkäuflichen Medikamente erfolgen. Der Zugang zur Liste erfolgt nur für zwei Stunden und nur in der betreffenden Apotheke.

Derzeit werde eine Software entwickelt, damit eine zentrales Prüfinstrument für alle Apotheken ermöglicht wird, hieß es auf der Pressekonferenz. Dieser "Sicherheitsgurt" für Medikamente soll im kommenden Jahr ausgerollt werden. Derzeit macht das jede Apotheke mit lokalen Instrumenten für sich selbst.