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Verluste

Wäschehersteller Wolford weiter tief in den roten Zahlen

Wolford kämpft weiter mit Problemen.(c) Clemens Fabry
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Die Lage sei weiter nicht zufriedenstellend, verlautete die Firma. Das neue Führungsduo arbeite an einem Masterplan und einer "nachhaltiger Neuaufstellung" des Unternehmens.

Der Wäschehersteller Wolford weitet den Halbjahresverlust aus. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/2020 (bis Oktober) ging der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode zurück, der Verlust weitete sich aus. Das seit kurzem amtierende Führungsduo bezeichnete die Situation im Geschäftsbericht als "nicht zufriedenstellend", es soll aber 2020/21 wieder einen operativen Gewinn geben.

Wolford leidet wie die Modebranche allgemein an rückläufigen Kundenfrequenzen. Das Vorstandsteam mit Silvia Azzali und Andrew Thorndike, "ist derzeit dabei, die Lage genau zu analysieren und auf dieser Basis einen Masterplan für Wolford mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zu entwickeln", heißt es im Geschäftsbericht. Das Ziel sei "eine nachhaltige Neuaufstellung von Wolford ... Dabei gilt es auch, die Kosten an die Umsatzentwicklung anzupassen". Der Umsatz ging im Halbjahr von 62,37 auf 60,49 Mio. Euro zurück, der Verlust nach Steuern stieg von 7,33 Mio. auf 11,86 Mio. Euro.

Einzelne Boutiquenstandorte stehen nun auf dem Prüfstand, dafür soll es in anderen Bereichen Wachstum geben. Neue Standorte gab es zuletzt etwa in Japan, in Istanbul, Prag und Belgrad und in China. Wolford verzeichnete im Halbjahr in den vier größten Märkten jeweils Umsatzrückgänge - in Österreich um 15 Prozent, in Deutschland um 7 Prozent, in den USA um 5,2 Prozent und in Frankreich um 2,8 Prozent. Dazu brachten die Unruhen in Hongkong einen Umsatzrückgang am asiatischen Markt um ein Viertel. Wachstum gab es vor allem in Osteuropa, insbesondere in Russland, aber auch in Belgien und Italien.

Im Zuge der Verluste aus diesem und dem letzten Geschäftsjahr verringerte sich das Eigenkapital der Wolford Gruppe von 48,16 Mio. Euro (per Ende Oktober 2018) auf 30,96 Mio. Euro. Ein 10 Mio. Euro schweres Gesellschafterdarlehen des Eigentümers Fosun erhöhte die Nettoverschuldung zum 31. Oktober 2019 von 25,21 Mio. auf 33,51 Mio. Euro. Auch durch neue Bilanzierungsregeln halbierte die Eigenkapitalquote von 39 auf 18 Prozent und der Verschuldungsgrad (Gearing) erhöhte sich von 52 Prozent auf 108 Prozent. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl ging um 68 auf 1.282 zurück.

(APA)