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Neue Staffeln: Serien, in die es sich noch einzusteigen lohnt

Das Universum wird in der Serie „The Expanse“ immer größer.Amazon.com
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Von einem komplexen Gesellschaftspanorama im Weltraum bis zum turbulenten Leben der Queen: Die Vorweihnachtszeit bringt neue Staffeln beliebter Serien. Wir empfehlen fünf, mit denen man noch beginnen könnte.

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The Expanse

Hervorragende Sci-Fi, vier Staffeln
Zu sehen auf Amazon

Drei Mächte konkurrieren in diesem Universum miteinander: die reiche und kultivierte Erde, der egalitäre und hochgerüstete Mars und der ausgebeutete Asteroidengürtel. Im gekaperten Raumschiff Rocinante treffen sich fünf Menschen aus diesen Welten. Sie suchen eine verschwundene Frau und decken eine Verschwörung auf, deren Folgen sich immer mehr ausweiten – wie die Handlung insgesamt: Die Geschichte wird komplexer, wandelt sich vom Noir-Krimi zum Gesellschaftspanorama, belebt von reichen Figuren und angetrieben von den Folgen ihres Handelns. Die Vielschichtigkeit hebt „The Expanse“ ab von anderen Science-Fiction-Serien. „Game of Thrones“-Schöpfer George R. R. Martin nannte sie gar „die beste Weltraumserie im Fernsehen, bei Weitem“.

Dabei wäre Staffel drei beinah die letzte gewesen: Produktionssender Syfy setzte die Serie trotz vehementer Fanproteste ab, ihm fehlten die Rechte für die wichtiger werdende Online-Verwertung. Amazon sprang (nicht ganz unerwartet) ein und produzierte die nun erscheinende vierte Staffel. Insgesamt sollen es neun werden. Auch die Vorlage, die unter dem Pseudonym James S. A. Corey erschienene Buchreihe, soll am Ende neun Bücher umfassen. (her)

 

Silicon Valley

Tech-Comedy, sechs Staffeln
Zu sehen auf Sky

Sie sind die Goldgräber unserer Zeit, die Tech-Nerds in Silicon Valley. Wo sonst lässt sich in so kurzer Zeit so viel Geld verdienen? In der HBO-Comedyserie, die den Namen des Sehnsuchtsorts trägt, schreibt der Programmierer Richard Hendricks (Thomas Middleditch) einen revolutionären Algorithmus. Was machen die Tech-Giganten mit Konkurrenz? Sie bestehlen sie, übernehmen sie oder schalten sie aus. Gnadenlos ist die Welt, die hier hoch komisch porträtiert wird, indem die Serie absurde Momente ins Groteske steigert. „Silicon Valley“ überlebte den Tod eines Hauptdarstellers und den Ausstieg eines zweiten, nicht aber die (Film-)Karrieren ihrer Stars. Nach Staffel sechs ist leider Schluss. (her)

 

The Marvelous Mrs. Maisel

Rasante Comedy, drei Staffeln
Zu sehen auf Amazon

Sie will ein Comedy-Star werden! Zu dieser Entscheidung hat sich die Hausfrau Midge Maisel (Rachel Brosnahan) in den ersten beiden Staffeln durchgerungen, nun muss sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Das gilt auch für die mehrfach preisgekrönte Serie, die in den 1950ern spielt. Die Auftrittsorte sind glamouröser (Las Vegas), die Stars der Gastauftritte bekannter (Sterling K. Brown aus „Black Panther“, Liza Weil aus „Gilmore Girls“). Und es wird – sofern das überhaupt möglich ist – noch schneller gesprochen. Was an der Serie von „Gilmore Girls“-Erfinderin Amy Sherman-Palladino gleich geblieben ist: Die besten Witze machen die Frauen, die allerbesten macht die Managerin Susie Myerson (Alex Borstein). (her)

 

The End of the Fucking World

Abgründige Comedy, zwei Staffeln
Zu sehen auf Netflix

Eigentlich sollte aus dem Roadtrip der beiden Teenager nur eine Miniserie werden. Doch die Coming-of-Age-Geschichte der ruppigen Alyssa (Jessica Barden) und des tief unglücklichen James (Alex Lawther) begeisterte Kritiker genauso wie Publikum. Und so erschien im November die zweite Staffel der ebenso düsteren wie witzigen Serie. Die Protagonisten sind emotional gereift und reihen nicht mehr einen Unfall an den nächsten. Dafür ist diesmal eine fast grotesk überzeichnete Nebenfigur (Naomi Ackie) zuständig, die sich an ihre Fersen heftet. Begleitet wird das von einem melancholischen Soundtrack. Auch die zweite Staffel ist fast herzerwärmend tragisch. Eine dritte soll es aber nicht mehr geben. (rovi)

 

The Crown

Monarchie-Saga, drei Staffeln
Zu sehen auf Netflix

Lilibeth, so lautete der Spitzname von Queen Elizabeth II. als Mädchen, wäre lieber eine englische Country-Lady mit Pferdezucht und anderen Tieren geworden als eine Königin in fortwährender Alarmbereitschaft: In der dritten Staffel von „The Crown“ wird das mehr als deutlich. Das prunkvolle Schauvergnügen widmet sich Jahrzehnt für Jahrzehnt der britischen Königin (erst von Claire Foy, mittlerweile von Olivia Colman gespielt) und ihrer monarchischen Gesellschaft (darunter Helena Bonham Carter als herrlich exzentrische Prinzessin Margaret). Das beginnt recht verspielt, wobei die Königsfamilie zunehmend kühler und professioneller wirkt: „Die Krone“ tut das nicht, heißt es oft.

Vieles, was man nur aus der Regenbogen-Presse kennt, versteht man durch diese Saga besser. Und man fragt sich, ob es die Habsburger noch gäbe, hätten diese einen derart ausgefeilten PR-Apparat entwickelt wie die Windsors – auch von diesem handelt die Serie, freilich in recht kritischer Weise. Insgesamt ist „The Crown“ eine packende Lektion in geostrategischem Denken und bietet viel saftigen Stoff über das Wesen unserer verehrten Briten, die sich in letzter Zeit so seltsam aufzuführen scheinen . . . (bp)

 

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