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DAÖ, die fernöstliche Kunst des Weges und das verflixte Ö

DAÖ
DAÖAPA/HELMUT FOHRINGER
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Schon wieder eine Partei mit hässlichem Kürzel. Man brauchte die Gelassenheit eines Alten Meisters, um den Umlaut zu ertragen.

Naturgemäß haben es Österreichs Parteien schwer. Kaum eine will auf das „Ö“ im Akronym verzichten – das ist ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammengesetztes Kurzwort: ÖVP, SPÖ und FPÖ sind immerwährend mit Österreich verbunden. Sie nehmen es aus Patriotismus in Kauf, dass dem Umlaut meist etwas Lächerliches anhaftet. Wer möchte denn mit öde, ölig oder Ödem assoziiert werden?

Das umgelautete „o“ gehört zwar zum lateinischen Schriftsystem, es schrieb sich zuerst als „oe“, bis es zu einem „o“ mit Strichen, dann mit Punkten mutierte, doch mutet es ein wenig fremd an. Denken Sie an einen Mund, der „ööhöö“ artikuliert. Wahrscheinlich passt dieses Phonem besser zu exotischen Sprachen wie dem Finnischen, Ungarischen oder Türkischen. Selbst Neugründungen haben häufig den ungezügelten Trieb zum inklusiven Umlaut.