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Sterben auf österreichisch

Alex Beer: „Der dunkle Bote“
Alex Beer: „Der dunkle Bote“Limes Verlag
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Alex Beer war 2019 die große Austrokrimi-Gewinnerin. Aber mit Aichner, Hochgatterer, Steinfest und Maly war es insgesamt ein mörderisch gutes Jahr.

Auch wenn es zwischen den Buchdeckeln vor Leichen nur so wimmelt, ist die österreichische Krimiszene doch quicklebendig. Das zeigte sich 2019 ganz besonders deutlich. Die große Gewinnerin war dabei Alex Beer, die mit ihrem historischen Krimi „Der dunkle Bote“ gleich zwei heimische Krimipreise einstrich.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg lässt auch die unterschätzte Beate Maly ihre Romane rund um ihr liebenswürdiges, etwas angegrautes Ermittlerpärchen spielen („Mord auf der Donau“, „Tod in Baden“).

Paulus Hochgatterer legt mit „Fliege fort, fliege fort“ einen weiteren Beweis seiner literarischen Könnerschaft ab, an der Kreuzung zwischen Literatur und Krimi. Dort sind auch Anne Goldmann mit „Das größere Verbrechen“ anzusiedeln, eine vielschichtige Studie von Gewalt gegen Frauen, sowie Heinrich Steinfest, der seinen einarmigen Privatdetektiv in „Der schlaflose Cheng“ reanimiert.

Einer von Österreichs international erfolgreichsten Autoren, der Tiroler Bernhard Aichner, hat den nächsten Thriller vorgelegt: In „Der Fund“ stürzt sich Supermarktverkäuferin Rita selbst ins Verderben, weil sie eine fehlgeleitete Lieferung Kokain an sich nimmt. Ungewöhnliche Story, trotzdem ein typisch rasanter Aichner.

Die Wienerin Ursula Poznanski zeigt mit „Vanitas“, dass sie nicht nur erfolgreiche Jugendbücher, sondern auch spannende Erwachsenenthriller schreiben kann. Ich-Erzählerin Carolin kehrt 2020 mit Teil zwei zurück.

Alex Beer: „Der dunkle Bote“, Limes Verlag, 400 S., 20,60 Euro

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2019)