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Ruheräume

Auf der Suche nach der Stille

Die Sehnsucht nach Ruhe ist nicht nur vor Weihnachten groß. Wie man sie jetzt auch in der Stadt finden kann.

Versuchen Sie es einmal in der Stadt. Versuchen Sie, einen Ort der Stille zu finden. Ganz so einfach wird das nicht sein. Auf der Straße sind die Autos zu hören. Immer. Überall. Selbst in Parks oder Wohnungen ist meistens das brummende Vibrieren von Lkw zu hören. Sind wirklich keine Autos in der Nähe, ist es vielleicht die Hintergrundmusik im Geschäft, die uns mit „Last Christmas“ den letzten Nerv zieht. Und ist es die nicht, dann ist es vielleicht das Plappern, Brabbeln und Raunen der Mitmenschen. Außerdem läutet oder vibriert sicher irgendwo ein Handy. Nein, absolute Ruhe findet man in der Stadt nicht oft. Schon gar nicht vor Weihnachten.

Dabei ist Lärm eine nicht zu unterschätzende Umweltbelastung. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO hat der Verkehrslärm nach der Luftverschmutzung die zweitstärksten Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Die Europäer verlieren jedes Jahr – konservativ geschätzt – mindestens eine Million Lebensjahre durch die gesundheitlichen Auswirkungen von Umgebungslärm, heißt es auf der Website des Umweltbundesamtes. Laut der WHO-Studie von 2018 können bereits bei geringer, aber auch längerer ständiger Exposition von Lärm Schlafstörungen, kreislaufbedingte Erkrankungen, hormonelle Reaktionen, Beeinträchtigungen in der Schule, am Arbeitsplatz, vermehrte Aggressivität etc. auftreten.

Wir brauchen Stille, aber sie kann Angst machen, wenn wir sie nicht gewöhnt sind.



Sieht man sich die Lärmbelastung in Österreich an, dann ist sie in den vergangenen Jahren wieder deutlich gestiegen. Knapp unter 40 Prozent der Österreicher fühlen sich durch Lärm am Tag und/oder in der Nacht gering bis sehr stark gestört, belegen Daten der Statistik aus dem Jahr 2017. Rund 20 Jahre davor, 1998, waren es noch knapp unter 38 Prozent. In den 1970er-Jahren war die Belästigung allerdings deutlich höher als jetzt.

Schlechter als vor 20 Jahren