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Black Monday

Hohe Aktiengewinne sind wahrscheinlicher als Verluste

Symbolbild.
Symbolbild.(c) imago images / rheinmainfoto (via www.imago-images.de)

In mehr als jedem zweiten Jahr kann man an den Börsen zweistellige Erträge erzielen. Jedes vierte Jahr muss man dafür Verluste verkraften.

Wenn sich bis zum Jahresende an den Börsen nichts mehr Spektakuläres tut, werden die meisten Aktienindizes quer über alle Weltregionen das Jahr mit zweistelligen Gesamterträgen (Kursgewinne und Dividenden) abschließen.

Die steilen Anstiege machen vielen Anlegern langsam Kopfzerbrechen. Ist nach solchen Höhenflügen eine Korrektur nicht längst überfällig? Nicht zwingend. Derlei Anstiege sind nämlich nichts Ungewöhnliches. Gesamterträge im zweistelligen Prozentbereich stellen sich bei Aktien zwar nicht jedes Jahr ein, jedoch in mehr als jedem zweiten Jahr.
In den 94 Jahren seit 1926 warfen amerikanische Aktien in 58 Prozent der Jahre zweistellige Erträge ab, wie Daten von Global Financial Data und Bloomberg zeigten. In mehr als einem Viertel der Jahre mussten die Anleger Verluste ertragen, während einstellige Anstiege zwar oft von Experten vorhergesagt werden, mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 25 Prozent aber vergleichsweise selten sind.

Nun könnte man einwenden, dass die Weltwirtschaftskrise in den Dreißigerjahren oder die steilen Kursanstiege in den Fünfziger-, Achtziger- und Neunzigerjahren das Bild möglicherweise verzerrt haben. Doch auch kurzfristig schaut es kaum anders aus. In den vergangenen 20 Jahren – eine Phase, in die immerhin zwei schwere Krisen fielen – gab es in elf Jahren zweistellige Erträge im S&P 500 Total Return Index (dieser berücksichtigt auch die Dividenden). Jedes vierte Jahr war ein Verlustjahr, und in vier Jahren gab es einstellige Gewinne.

Im ATX Total Return Index war es übrigens genauso: In elf der 20 Jahre gab es inklusive Dividenden zweistellige Gewinne, in vier Jahren einstellige Erträge und in fünf Jahren Verluste. Auf Sicht von 20 Jahren konnte man mit ATX-Aktien übrigens etwas mehr Geld verdienen als mit amerikanischen, nämlich sieben Prozent pro Jahr statt sechs Prozent.
Freilich: Die Finanzkrise 2008/09 hat dem ATX schwerer zugesetzt als dem S&P 500. Während Letzterer längst neue Rekordhochs erklommen hat, hat sich der ATX von der Finanzkrise noch immer nicht ganz erholt. Inklusive Dividenden schaut es weniger schlimm aus, doch selbst dann sitzt man, wenn man einmalig zum Höhepunkt investiert hat und dann nie mehr, noch immer auf Verlusten von fast zehn Prozent. Das bedeutet: Nicht alles auf einmal investieren.