Smarter Lautsprecher

Sonos geht ein Licht auf

Das vernetzte Zuhause ist auf dem Massenmarkt angekommen. Wieso sonst sollte der Möbelriese Ikea eine smarte, klingende Lampe ins Sortiment aufnehmen?

Das vernetzte Zuhause ist ein großer Trend der letzten Jahre. Auf der IFA in Berlin zeichnete sich ab, was Experten und Analysten längst prophezeiten: Herkömmliche Haushaltsgeräte werden künftig internetfähig sein. Vom Kühlschrank bis zur Lampe werden die eigenen vier Wände smart; sofern man das möchte. Die Produkte sind zum Teil skurril, sei es ein Mülleimer, der meldet, wenn er ausgeleert werden will oder eine Bettdecke, die unterschiedlich temperiert ist. Spannender hingegen ist das Konzept des schwedischen Möbelhauses Ikea. Aus einer Zusammenarbeit mit dem Soundspezialisten Sonos entstand Symfonsik – Lampe und Lautsprecher in einem. „Die Presse am Sonntag“ hat es getestet.

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Verpackung und Design sprechen eine deutliche Sprache: Ikea. Zum Glück bleiben einem das Zusammenschrauben und Hämmern aber erspart. Die Lampe mutet auf den ersten Blick kompakt an. Der Lautsprecher hat einen wahlweise grauen oder schwarzen Überzug. Das Milchglas der Lampe verspricht angenehme Beleuchtung. Im Lieferumfang enthalten sind ein Ethernet- und ein Stromkabel, das mit Stoff ummantelt ist. Das trägt zum harmonischen Eindruck bei. Kleines Manko: Bei der Kabellänge hat man gespart. 140 Zentimeter darf die Lampe von der Steckdose entfernt sein. Wer Sonos kennt, weiß, dass ohne App gar nichts funktioniert. Das Hinzufügen und Aufsetzen des Geräts funktionieren angenehm schnell. Das Verbinden stellte sich im Test als überraschend unkompliziert heraus.

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Bei der Ausstattung verfolgte Ikea ein minimalistisches Design. Drei Knöpfe zur Bedienung der Lautsprechereinheit sind vorhanden. Für die Lampe gibt es einen Ein-/Ausschalter. Ein stufenloses Verstellen der Lichtstärke ist nicht möglich. Die Lampe liefert durch das Milchglas ein sehr angenehmes Licht, aber als Leselampe ist sie dann doch zu schwach. Für Feinadjustierungen hat Ikea eine smarte Glühbirne, inklusive Fernbedienung, die separat erhältlich sind.

Ebenfalls nicht vorhanden ist eine Alexa- oder Google-Integration. Das mögen manche vermissen, andere wiederum als Kaufargument sehen. Schade ist nur, dass sich der Lautsprecher zwar per App bedienen lässt, die Lampe darüber aber nicht. Gemessen daran, dass das Gerät per se sowieso im WLAN hängt, wäre das wohl durchaus noch machbar gewesen.

Sonos in gewohnter Qualität

Die Tischleuchte ist aber mehr als nur Lichtspender. Der Standfuß, der gleichzeitig Lautsprecher ist, erinnert stark an das Design der Sonos-One-Serie. Gemessen an der Größe ist der Klang sehr gut. Die Höhen und Mitten klingen sauber und kommen gut durch. Der Bass hat noch ein wenig Spielraum nach oben, kommt aber immer wieder gut durch.
Der Symfonisk ist in seiner Art bei Ikea okay, bei den Nachfolgern wird hoffentlich ein ganzheitliches Gerät daraus. Wenn schon smart, dann sollte auch das komplette Setting schlau gemacht sein. Angefangen bei der Steuerung der Lampe über die App mit der man auch den Lautsprecher steuert. Und eine Assistenz-Integration kann nicht schaden, wenn man sie nach Bedarf ein- und ausschalten kann.

Dennoch haben Ikea und Sonos gezeigt, dass das Vernetzen herkömmlicher Geräte durchaus Sinn ergeben kann. Wem das Design der Symfonisk gefällt, bekommt für 180 Euro eine dezent leuchtende Lampe mit gutem Sonos-Klang, das sich mit weiteren Sonos-Produkten kombinieren lässt.