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Wieder weniger Firmenkäufe und Fusionen

In Österreich gab es das dritte Jahr in Folge weniger Firmenfusionen. Die Unsicherheitsfaktoren wie der Brexit und der Handelsstreit sind zu groß.

Das internationale Klima für Fusionen und Unternehmenskäufe (M&A) ist weiterhin getrübt - wegen Unsicherheitsfaktoren wie den laufenden Handelsstreits und dem nach wie vor offenen Brexit sind die Fusionsaktivitäten in Österreich heuer das dritte Jahr in Folge weniger geworden, wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte hervorgeht.

Die erhöhte Risikowahrnehmung habe „defensivere Expansionspläne“ und einen „stärkeren Fokus auf das Kerngeschäft“ zur Folge, sagte Bernhard Hudernik, Partner bei Deloitte Österreich. "Zusätzlich hat sich 2019 das Wirtschaftswachstum verlangsamt, was sich auch in einem deutlichen Rückgang der Auftragseingänge bei produzierenden Unternehmen widerspiegelt. All das sind keine idealen Voraussetzungen für einen florierenden M&A-Markt," so Andreas Hampel, Senior Manager bei Deloitte.

Ausländer mögen Hotels und Tech-Firmen

Dementsprechend seien in den ersten drei Quartalen 2019 insgesamt 242 Deals mit österreichischer Beteiligung angekündigt worden, nach 255 im Vorjahreszeitraum. Mit 60 Transaktionen sei Deutschland weiterhin der wichtigste M&A-Partner für Österreich. "Deutsche Unternehmen sind an jeder dritten Transaktion beteiligt", so Hampel. Innerhalb der gesamten EU werden laut den Deloitte-Daten rund zwei Drittel der Transaktionen abgewickelt. Außerhalb der EU sei die USA mit 11 Deals der wichtigste Partner gewesen.

Deloitte bezieht in seine Analyse alle angekündigten Transaktionen ein, unabhängig davon, ob oder wann sie abgeschlossen werden. Darüber hinaus unterscheiden die Berater zwischen inländischen (mit österreichischem Käufer und Verkäufer) und internationalen Deals. Zweitere werden wiederum in inbound (ausländischer Käufer und inländischer Verkäufer) und outbound (ausländischer Verkäufer und inländischer Käufer) getrennt.

In allen drei Bereichen (inländisch, inbound, outbound) seien Unternehmenskäufe und Fusionen am häufigsten in der Konsumgüterbrache angekündigt worden. Je ein Drittel der inländischen und outbound Deals sowie rund ein Viertel der inbound Transaktionen fielen laut den Zahlen in diesen Sektor. Bei ausländischen Käufern stünden zudem Hotels und heimische Technologieunternehmen hoch im Kurs, sagte Hampel.