Symbolbild
Weihnachtsurlaub

Zwischen den Jahren im Büro: "Die Fehlerquote steigt, wenn nichts los ist"

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag herrscht in den meisten Büros stille Einsamkeit. Manche allerdings wollen die Zeit nutzen, um Altlasten abzuarbeiten. Doch wer sich keine Pause gönnt, läuft schon am Jahresbeginn Gefahr, sich zu überfordern.

Altjahrswoche, Rauhnächte oder, wie in der angelsächsischen Form, „Twelve Days“: Recht unterschiedlich im Wortlaut versuchen all diese Bezeichnungen eine ganz bestimmte Phase am Jahresende semantisch einzufangen, nämlich die Zeit „zwischen den Jahren“ von Heiligabend und dem Neujahrestag bzw. dem Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Jänner.

Die Enden der beiden Alt- bzw. Neujahreswochen hängen wie zwei Christbaumkugeln lose aneinander, in einer zimtduftenden und feuerwerksrauchigen Schwerelosigkeit scheinbar taumelnd: Das alte Jahr ist noch nicht ganz vorbei, das Neue aber auch noch nicht angebrochen. Jene, die sich zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag nicht Urlaub nehmen, sehen sich dabei oft mit ungewohnten Zuständen konfrontiert: Ausgestorbene U-Bahnen, ausbleibendes Verkehrschaos zu den Stoßzeiten, hallende Schritte durch leere Bürogänge, gespenstische Stille in der Kantine. Die meisten benachbarten Schreibtische bleiben leer.

Die Tage dazwischen vergehen für jene, die sie mit Familie und Freunden verbringen, meist wie im Flug. Denn das besondere zwischen den Jahren - fernab vom beruflichen Stress - ist die Vielzahl an Festen und geballte Ladung an sozialen Kontakten, die sie mit sich bringen. Das kann insbesondere im familiären Kontext zu Stress führen und Konflikte schüren. Da erscheint es mitunter angenehm, im Büro seine Ruhe zu haben. Doch diese ist nur relativ: Denn sind weniger Kollegen im Haus, steigt das Pensum für jene, die da sind. Das kann schnell überfordern - und Fehler provozieren.