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Pölzl zu Kundenflucht: "Betriebsrat sagt Unwahrheit"

Dr. Georg P�lzl, Vorsitzender des Vorstandes der �sterreichischen Post AG Photo: Michaela Bruckberge
(c) (Michaela Bruckberger)
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Post-Chef Georg Pölzl wehrt sich gegen die Vorwürfe des Betriebsrates, wonach die Kunden aufgrund der Postamtsschießungen davonlaufen würden. Das Bankgeschäft laufe normal, an Verbesserungen werde gearbeitet.

Post-Chef Georg Pölzl weist die Vorwürfe des Betriebsrates, wonach die Postämterschließungen zu einer Kundenflucht führen und das Bankgeschäft in den Filialen beeinträchtigen, entschieden zurück. "Wer das sagt, sagt die Unwahrheit", betonte Pölzl bei einem Vortrag vor Finanzanalysten.

Bei Überweisungen bei Post-Partnern (Greisler, Gemeindeämter, etc.) gäbe es überhaupt keine Probleme, das Geschäft mit Sparbüchern und Konten werde teilweise von Partnern angeboten, an einer Verbesserung werde mit der Bawag P.S.K. gearbeitet. Und Finanzprodukte seien schon zuvor in Klein-Postämtern nicht absetzbar gewesen. Dass das Bankgeschäft zur Zeit allgemein nicht erfreulich ist, ist bekannt, verwies Pölzl auf die Finanzmarktkrise.

Umwandlung in Post-Partner geht weiter

An der Umwandlung von Postämtern in Post-Partner werde festgehalten, ebenso am Ausbau der Geschäftsstellen. Derzeit habe man bereits rund 1.700 Filialen (Ämter wie Partner), "demnächst" will Pölzl an die 2.000 haben. Außerdem will er das E-Business der Post expandieren. Erst kürzlich hat die Post eine elektronische Postkarte vorgestellt. Überlegenswert sei, ob das teilstaatliche börsenotierte Unternehmen auch einen Marktplatz für Versandhändler anbieten sollte. Hoffnung setzt Pölzl auch auf den elektronischen Brief, der im Rechtsverkehr zwischen Anwälten und Gerichten schon der Standard sei.

Chance: Marktöffnung in Südosteuropa

Wachsen will Pölzl auch im Ausland. Er verwies am Mittwoch auf die Marktliberalisierung in Südosteuropa im Jahr 2013. "Das sehen wir natürlich als Chance, in diese Märkte einzusteigen". Derzeit macht der Österreich-Anteil des Postgeschäftes rund 1,7 Milliarden Euro von konzernweit 2,4 Milliarden Euro aus.

Ein bis zwei Prozent Wachstum mittelfristig

Am Ausblick für 2010 hielt Pölzl fest. Mittelfristig will die Post um ein bis zwei Prozent wachsen. Beim Paketgeschäft soll es ein Plus von sechs bis neun Prozent geben, im Briefgeschäft hingegen ein Minus von drei bis fünf Prozent. Die Dividende soll bei 1,50 Euro konstant bleiben. "Wir waren wahrscheinlich das dividendenstärkste Papier am Markt", meinte Pölzl. Kritik der Arbeiterkammer an der Dividendenpolitik wies er zurück. Es sei ja nichts "unsittliches", ein ertragsstarkes Unternehmen zu sein.

(APA)