Genervt, skeptisch, siegessicher? Die Gefühle im Männerkopf von Franz Xaver Messerschmidt sind schwer zu deuten – so wie die Begriffe für Emotionen in anderen Sprachen.
Linguistik

Wer "Love" sagt, muss nicht "Liebe" meinen

Meinen Menschen in aller Welt dasselbe, wenn sie von Angst oder Glück reden? Eine Untersuchung von fast 2500 Sprachen zeigt deutliche Differenzen. Was folgt daraus?

Seltsame Sitten haben sie in Papua-Neuguinea. Dort glaubt das indigene Volk der Baininger, dass aufbrechende Gäste eine Schwere zurücklassen, um leichter zu reisen. Dagegen soll eine Schüssel Wasser helfen, die diese Last aus der Luft absorbiert. Man fragt sich: Was soll der urtümliche Unsinn? Dahinter steht „Awumbuk“, das Gefühl einer bedrückenden Leere, wenn die Gästeschar das Haus verlässt. Wer nun meint: Das kenn ich auch!, braucht nicht nach Vorfahren aus der Südsee zu forschen. Das Gefühl ist uns vertraut, es gibt nur kein Wort dafür im Deutschen. So wie unsere „Schadenfreude“ oder „Torschlusspanik“ in anderen Sprachen fehlt – und von den Angelsachsen wörtlich übernommen wurde.