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Buwog-Prozess

Zeuge Meinl lässt grüßen – aus Prag

Banker Julius Meinl.
Banker Julius Meinl.(c) REUTERS (STRINGER/AUSTRIA)
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Per Videokonferenz wurde Banker Julius Meinl einvernommen.

Wien/Prag. Der 132. Tag des Buwog-Prozesses bot zweierlei: einen prominenten Zeugen und eine Skype-Einvernahme, die auf Videowall in den Gerichtssaal übertragen wurde. Der Banker Julius Meinl V. sollte zu Karl-Heinz Grassers „Schwiegermuttergeld“ aussagen, zu jenen 500.000 Euro von Marina Giori-Lhota aus der Swarovski-Familie.

Es ging also um die Summe, die Grasser zur Veranlagung überlassen war. So richtig erhellend waren Meinls Angaben dann aber doch nicht. Der Zeuge war aus Prag zugeschaltet. Einst hatte Meinl mit Grasser und anderen den Investmentfonds Meinl International Power (MIP) gegründet. Nun sollte der Banker zunächst erzählen, welcher Natur seine damalige Geschäftsverbindung zu Grasser gewesen sei. Er habe gehofft, so Meinl, dass der damalige Finanzminister quasi als verlängerter Arm der Familie Swarovski bei der Meinl-Bank Geld veranlage.

Mit 20 bis 30 Millionen Euro habe er gerechnet. Meinl: „Offenbar war das nicht der Fall.“ Es blieb bei den 500.000 Euro von Grassers Schwiegermutter. Das Geld floss auf ein Konto der Schweizer Briefkastenfirma Ferint AG, mit der Grasser einen Treuhandvertrag hatte. Die Ferint vermehrte durch einträgliche Investments das Geld. Aus 500.000 wurden 780.000 Euro.

Später landete das Ferint-Geld auf einem Liechtenstein-Konto einer gewissen Mandarin-Group. Dort landete auch Geld von anderer Seite. Von einem Konto, das die Anklage in Zusammenhang mit Korruption bringt – und Grasser zuordnet. Der Ex-Minister bestreitet, mit diesem Konto etwas zu tun zu haben.

 

Luxushotel statt Firma

Meinl schien nun mit Erinnerungslücken zu kämpfen. Und: Die Mandarin kenne er gar nicht. Er kenne nur die Mandarin-Oriental-Hotelkette. Anmerkung: Dabei handelt es sich um Fünf-Stern-Häuser. So ging der größte Korruptionsprozess Österreichs in die Weihnachtspause. Nächster Verhandlungstag: 28. Jänner. (m. s.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2019)