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Porträt

Sie bringt uns den Himmel auf Erden

Einblick in die Grundschule Hochstrasse 29 in München: Schüler gehen über den Terrazzo-Boden von Julie Hayward: „Himmel auf Erden“ 2019, finanziert vom Münchner Quivid-Referat.(c) Peter Schinzler
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Julie Hayward ist eigentlich Bildhauerin. In der „Presse"-Weihnachtsausgabe erinnert sie mit Sternbildern aber an eine alte Geschichte bürgerlichen, karitativen Engagements.

Unsere Geschichte beginnt im München von 1871. Der deutsch-französische Krieg ist gerade zu Ende, über 40.000 Tote sind auf deutscher Seite zu beklagen. Doch es muss weiter gehen, eine Schule wird also gegründet. Zur Grundsteinlegung ist ein dreitägiges Fest anberaumt, samt fulminantem Feuerwerk. Das kommt einigen engagierten Bürgern frivol vor. Und sie erreichen, dass statt des Feuerwerks neben der Schule ein Waisenhaus errichtet wird. Statt das Geld in den Himmel zu schießen, wird der Himmel auf die Erde geholt, zumindest für einige Kinder.

München, rund 150 Jahre später. Besagte Grundschule (an der Hochstraße) existiert noch immer. Sie ist sehr beliebt und bekommt 2018/19 einen Zubau. Die Hamburger Architekten „bof“ wählten die österreichische Künstlerin Julie Hayward für ein Kunst-am-Bau-Projekt aus, finanziert vom städtischen Quivid-Referat. „Ich habe schon vorher in die Sterne geschaut, natürlich“, muss Hayward auf die Frage lachen, seit wann sie sich mit Sternen beschäftigt. Zu Kunst aber, zu diesem unglaublich aufwendigen, in Präzisionsarbeit hergestellten Terrazzo-Boden für den Lichthof zwischen den beiden Schulgebäuden, wurde das Sterneschauen für sie aber erst mit diesem Projekt.