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Jahresrückblick

Diese Interviews sollten Sie heuer nicht versäumt haben

Volle Konzentration: Chefredakteur Nowak interviewt Immobilien-Tycoon Benko.Die Presse

Nobelpreisträger, Topmanager, Starregisseure, Notenbanker: Wir haben uns dieses Jahr wirklich bemüht spannende Interviewpartner zu finden. Hier eine kleine, nicht repräsentative Auswahl spannender Gespräche, die viel über das vergangene Jahr und kommende Herausforderungen aussagen.

Wien. Bleiben wir einmal in Österreich. Zwei Topmanager, die viele Jahre dieses Land auch wirtschaftspolitische geprägt haben, verließen die Kommandobrücke: Voest-Chef Wolfgang Eder und Erste Bank-Chef Andreas Treichl. Letzterer warf im Gespräch mit der „Presse“ eine spannende Frage auf. Warum demonstrieren die jungen Menschen nur gegen den Klimawandel und nicht auch gegen Nullzinsen? Klingt auf den ersten Blick schräg. „Für Zinsen geht niemand auf die Straße“ lautet der Titel. Das Interview führten Chefredakteur Rainer Nowak und Jakob Zirm. Ein Stück Finanzbildung in Interviewform.

Der früherer Voest-Chef Wolfgang Eder hingegen erzählte, was sich für ihn als Manager durch die Ibiza-Affäre geändert hat. „Plötzlich erinnert man sich an Jörg Haider“, lautete der Titel des Interviews, in dem Eder klar macht, wie wichtig die internationale Reputation für ein kleines exportorientiertes Land wie Österreich ist.

Immobilien-Tycoon René Benko gab unserem Chefredakteur eines seiner seltenen Interviews. „Ich habe noch nie die Hilfe der Politik benötigt“, sagte der Mann, der nach der „Kronen Zeitung“ greift und den Möbelhändler Kika/Leiner gekauft und wohl auch gerettet hat.

Im Vergleich zu Benko ist Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz sehr gesprächig. Interviews gibt er, wenn es sein muss, auch um sieben Uhr früh beim Frühstück in einem Wiener Hotel. Der prononcierte Trump-Kritier und linke Ökonom besitzt etwas, das vielen Gelehrten und Experten in der heutigen Zeit abhanden kommt: Humor. „Reichtum für einige wenige“ lautet der Titel des Interviews, indem er den „ungezügelten Kapitalismus“ made in USA kritisiert und vor der Allmacht der Techkonzerne warnt.

Apropos Vereinigte Staaten: Es ist immer wieder erfrischend wie ungezwungen amerikanische Künstler über Geld reden. Starregisseur Roland Emmerich, bekannt für Blockbuster wie „Independence Day“ und „Godzilla“, plauderte munter und locker über Millionengagen, Gartenpartys in Hollywood und über seine intelligenteste Entscheidung. „Notfalls drehe ich Filme mit dem Handy“ sagte er unserer Kollegin vor Ort, Barbara Gasser.

Über Geld sprach auch Günter Bresnik mit Jakob Zirm. Bresnik war ja bekanntlich viele Jahre lang Trainer von Tennis-Ass Dominic Thiem. „Habe mit Dominic sehr viel Geld verdient“, sagt Bresnik und gibt einen Einblick ins millionenschwere Tennis-Profigeschäft.

So das muss aber jetzt reichen. Das nächste Jahr fängt ja vermutlich gut an - mit einer neuen Regierung nämlich - Interviews inbegriffen.